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Buxtehude: Kritik am St. Petri-Projekt "Winterkirche"

Der Umbau der Turmkapelle in der Petri-Kirche wird seit vielen Jahren geplant - und noch immer kontrovers diskutiert (Foto: tk)
Gemeindemitglieder lehnen Bauprojekt in der Petri-Kirche ab / Kirchenvorstand berät erneut

tk. Buxtehude. Der Umbau der Turmkapelle der St. Petri-Kirche sei unumstritten, schrieb das WOCHENBLATT vor einigen Wochen über das Vorhaben unter der Überschrift "Winterkirche light". In Briefen an die Redaktion widersprechen Gemeindemitglieder. Das Bauvorhaben sei sehr wohl umstritten und Zweifel an der Sinnhaftigkeit gebe es nach wie vor. Auch an den Kirchenvorstand (KV) wurde die Kritik herangetragen: "Wir sind davon ehrlich überrascht worden", sagt Bernd Deierling, Vorsitzender des Gremiums.



Das sind zusammengefasst die Kritikpunkte: Die Umbaupläne für die Turmkapelle wurde nicht ausreichend kommuniziert. Der Kirchenvorstand sei Streit aus dem Weg gegangen, so ein Vorwurf. Ein weiterer Aspekt, der kritisch gesehen wird: Dadurch, dass die Holzwand der Turmkapelle durch eine Glaswand ersetzt werde, verändere sich das gesamte Kirchenschiff. "Darüber sind viele Menschen entsetzt", heißt es in einer Zuschrift. Und schließlich: Am Sinn der gesamten Maßnahme wird gezweifelt. Für die Gruppen, die das Turmcafé heute nutzen, sei das Vorhandene ausreichend. Es werde an der Gemeinde vorbei geplant, lautet zusammengefasst die Kritik.

"Auf der jüngsten Gemeindeversammlung war die Winterkirche kein großer Streitpunkt", sagt dagegen KV-Vorsitzender Bernd Deierling. Es herrsche durchaus Ratlosigkeit in dem Gremium, wie es jetzt weitergehe. Eigentlich war der Baubeginn Anfang 2017 geplant. Der Kirchenvorstand werde erneut beraten. "Wir nehmen die Einwände ernst", so Deierling. Der KV wolle mit den Kritikern reden.

Ein Problem könnte nach seiner Meinung darin bestehen, dass der Vorschlag, wie die Winterkirche aussehen soll, bereits 2014 in seinen Grundzügen gefasst wurde. Erst jetzt aber wird das Vorhaben auch umgesetzt. "Wir hatten keinen Artikel mehr darüber im Gemeindebrief", räumt Deierling eventuell fehlende Information ein.

"Wir brauchen die Winterkirche nicht zwingend schon im kommenden Jahr", sagt Deierling. Dass die Petri-Gemeinde einen Raum für kleine Veranstaltungen in der großen Kirche benötigt, steht für ihn aber außer Zweifel. Vom Turmcafé durch die Glaswand ins Kirchenschiff zu blicken findet der KV-Vorsitzende im Gegensatz zu einigen Gemeindemitgliedern "wunderbar".

Worunter die "Winterkirche light" womöglich noch leidet: Die letztendlich gescheiterten Pläne eines größer dimensionierten Umbaus hatten innerhalb der Gemeinde für sehr viel Empörung gesorgt. Unter anderem deshalb, weil der Eingriff in die Orgelempore so weitreichend gewesen wäre, dass Kirchenmusik-Freunde eine deutliche Beeinträchtigung am Klang der Furtwängler-Orgel befürchteten. Das ist nicht mehr vorgesehen. Doch die Vorbehalte seien bei einigen Menschen wohl immer noch da, vermutet Bernd Deierling.