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Der Buxtehuder Moritz Bartmer (46) wird mit „CeresAward“ ausgezeichnet

Erhielt jetzt in Berlin den „Ceres Award 2017“ in der Kategorie Geschäftsidee: der Buxtehuder Moritz Bartmer (Foto: © Philipp Ledényi für agrarheute)

Innovativster Landwirt Deutschlands: "Der Preis kam überraschend"

ab. Buxtehude. Seine Geschäftsidee überzeugte die Juroren: Landwirt Moritz Bartmer aus Buxtehude-Immenbeck wurde jetzt während der Gala-Veranstaltung „Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin mit dem „CeresAward“, einer der höchsten landwirtschaftlichen Auszeichnungen, geehrt. „Für mich kam der Preis sehr überraschend“, sagt der 46-Jährige am Morgen nach der Preisverleihung gegenüber dem WOCHENBLATT. Es sei eine „hochkarätige Veranstaltung gewesen, auf der viele Landwirte Beeindruckendes und Innovatives vorgestellt haben“, so Bartmer.

Den Preis erhielt Moritz Bartmer für die Entwicklung einer hofeigenen Kleinmälzerei. Der Agraringenieur, dessen Familie schon lange Braugerste anbaut, kam auf die Idee, mithilfe eines Betonmischers Malz herzustellen (das WOCHENBLATT berichtete). Dadurch könne er Craft-Bierbrauer und lokale Brauereien mit regionalem Malz beliefern und auch auf individuelle Wünsche eingehen, sagt er.

Zur Entwicklung motiviert habe den Landwirt der Wunsch, mit dem Anbau näher an das Produkt heranzukommen. Der Landwirt erklärt: „Bierbrauen ist ein Massengeschäft und dadurch sehr anonym. Ich habe immer die Winzer beneidet, die mit ihrem Ertrag eng mit dem Produkt verbunden sind und beispielsweise über Hanglage und Jahrgang Bescheid wissen.“ Gerade Bier sei mit dem Begriff „Heimat“ verbunden, darum sei ein „klarer Herkunftsbezug“ wichtig, meint Bartmer.

Den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Immenbeck übernahm Moritz Bartmer im Jahr 2007. Dort lebt er jetzt mit seiner Frau und seinem Kind. Zuvor studierte er Agrarwirtschaft in Berlin und arbeitete anschließend bei einer Bank in Köln im Bereich Agrarinvestition.

Derzeit stellt Moritz Bartmer mit der Buxtehuder Firma Herbst Mischtechnik einen Prototypen seiner Mälz-Maschine fertig, der in einem Lebensmittelinstitut im Echtbetrieb getestet wird. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Bartmer: „Ich hoffe, dass im Mai 2018 die erste Anlage in Gebrauch gehen kann und wir sie im November drauf bei der Getränketechnologiemesse in Nürnberg präsentieren können.“