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Wie ein Vater den Kontakt zu seiner Tochter verlor: "Nach der zweiten Kontaktsperre gab ich auf"

Peter Witkowsky (Foto: tk)
Peter Wittkowsky hat fünf Jahre vergeblich für sein Umgangsrecht mit seiner Tochter gekämpft

(tk). Als sich Peter Witkowsky von seiner damaligen Lebensgefährtin getrennt hatte, war seine Tochter fünf Jahre alt. In wenigen Monaten wird sie 18 und der Vater hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu dem Kind, das mittlerweile eine junge Frau ist. "Irgendwann habe ich aufgegeben", sagt er. Der Finanzexperte einer Berufsgenossenschaft schildert im WOCHENBLATT seine Geschichte.

Nach der Trennung sei eigentlich alles geregelt gewesen - zum Wohl des Kindes. Witkowsky sollte seine Tochter alle 14 Tage für ein langes Wochenende bei sich haben. Doch die Mutter boykottierte den Umgang. Das Familiengericht bestätigte: Die Umgangsregelung habe Bestand. Damals sagte das Mädchen: "Ich bin gerne bei Papa." Die Mutter legte Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) gegen den Beschluss ein. Das OLG hörte das Mädchen an. Das Kind sagte, dass der Papa die Mama immer haut. Die Richter hakten nach und stellten fest: das Mädchen wurde manipuliert. Der Mutter gaben sie eine mündliche Ermahnung mit auf den Weg. Sie solle sich selbst Hilfe holen und die Umgangsregeln akzeptieren. Zum Start des Vater-Tochter-Kontakts waren drei Samstage mit jeweils acht Stunden Treffs vorgesehen. Es kam nur zu einem Treffen.

Die Mutter wandte sich erneut ans Familiengericht. Ihre Tochter wolle nicht mehr zum Vater, sie sei danach verstört und nässe nach den Treffen ein. Das Gericht stellt dem Kind daraufhin an neutrale Anwältin als Verfahrenvertreterin zur Seite und ein Gutachter wurde eingeschaltet.

Der kommt laut Peter Witkowsky zu dem Urteil, dass die Mutter das Kind manipuliere und sieht Auffälligkeiten bei der Frau. Doch inzwischen ist der Entfremdungsprozess zwischen Vater und Tochter schon weit fortgeschritten. Das Gericht ordnet daher ein Treffen in einem Restaurant an, bei dem die Anwältin der Tochter dabei ist. "Das war der Horror. Wie eine Geiselübergabe", erinnert sich Witkowsky.

Das Familiengericht ist ratlos und setzt die Umgangsregelung für anderthalb Jahre aus. Der Vater darf die Tochter nicht mehr sehen. Peter Witkowsky schickt einen Brief und ein kleines Geschenk zu Weihnachten. Beides kam ungeöffnet zurück.

Der Vater unternimmt nach der Zwangstrennung erneut den Versuch, vor Gericht Umgang mit seiner Tochter durchzusetzen. Das Gericht verhängt erneut zwei Jahre Kontaktsperre. Fünf Jahre sind mittlerweile vergangen. Der Vater gibt auf. Anfang habe er noch Briefe geschrieben, die ungeöffnet zurückkamen.

Als uneingeladener Gast hat er jüngst aus der hintersten Reihe beobachtet, wie seine Tochter ihr Abiturzeugnis bekam. Zum Geburtstag schaltet er Anzeigen in Zeitungen mit Glückwünschen. Dass sich die junge Frau irgendwann von selbst bei ihm meldet, weil sie sich aus dem erzwungenen Kontaktabbruch befreien will, ist Peter Witkowskys einzige Hoffnung. So richtig glaubt er aber nicht an dieses Happy-End.