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Nachwuchssuche im Hightech-Lkw / Info Truck der Metall- und Elektroindustrie besuchte die Waldschule

Fast haushoch der Info Truck der Metall und Elektroindustrie auf dem Schulhof der Waldschule in Buchholz
 
Alicia (v. li.), Sabrina und Daphne beim Nachbau einer elektrischen Schaltung
mi. Buchholz. Der Truckanhänger ist 80 Quadratmeter groß und auf zwei Etagen vollgestopft mit modernstem Multimedia-Equipment, Riesenbildschirmen und ebensolchen Touchscreen-Tischen. Außerdem beherbergt er verschiedenste Technik, darunter eine CNC-Fräse. Eine imposante Zugmaschine garantiert die Mobilität des Hightech-Hängers. Rund 1,2 Millionen Euro hat der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in jedem seiner zehn Info Trucks investiert. Das Ziel: Mit den Fahrzeugen an Schulen eindrucksvoll und zielgruppenorientiert für die Berufe in der Metall- und Elektroindustrie werben. Jetzt machte einer der Hightech-Brummis an der Waldschule in Buchholz halt.
„Fragt man Schüler nach Berufen, kennen sie von den rund 380 möglichen gerade mal 20. Meistens kennen auch alle die gleichen“, sagt Rainer Zellmer. Der Maschinenbau-Ingenieur ist beim Institut der deutschen Wirtschaft beschäftigt. Im Info-Truck zeigte er den Schülern der Waldschule mit allerlei Technik zum Anfassen die vielfältigen Aufgabenfelder in der Metall- und Elektroindustrie. „Was macht der denn?“ Keines der zwölf Mädchen zwischen 15 und 16 Jahren hatte schon mal etwas vom Beruf des „Zerspanungsmechanikers“ gehört. Auch dessen Arbeitswerkzeug, eine CNC-Fräse, die computergesteuert millimetergenau Metall fräst, kannten die Schülerinnen nicht. Dass die Gruppe nur aus Schülerinnen bestand, war diesmal Zufall. Dennoch gehört die gezielte Ansprache von Mädchen durchaus zum Konzept des Info-Trucks. Das scheint auch notwendig, denn immer noch sind Mädchen in technischen Berufen stark unterrepräsentiert. „Bei den Zerspanungsmechanikern sind zum Beispiel gerade mal acht Prozent weiblich“, so Zellmer.
Im Info-Truck können sich die Schüler umfassend über die unterschiedlichen beruflichen Perspektiven der Branche informieren. Dabei geizt man nicht mit Superlativen. Zwar gibt es auch die typischen bunt aufgemachten Info-Flyer, das Herzstück des Informationsmekkas befindet sich aber in der zweiten Etage des Trucks: ein riesiger futuristischer Touchscreen-Tisch. Hier kann ein virtuelles Unternehmen simuliert werden, sodass die Schüler spielerisch am Produktionsprozess eines Autos mitwirken können. Mit Hilfe weiterer Multimedia-Anwendungen erschließen sich die Schüler so selbstständig die Vielfältige Berufswelt der Metall- und Elektroindustrie.
Doch es geht nicht nur um die graue Theorie: Der Truck bietet auch eine Vielzahl von technischen Stationen, an denen die Schüler erste Erfahrungen mit Schaltkreisen, Präzisionswerkzeugen und IT-Steuerungen sammeln können. Ganz besonders herausfordernd dabei: die Arbeit an der CNC-Fräse. Hier durften die Waldschülerinnen in einen Aluminiumwürfel das Klassenlogo „10b“ fräsen. „Ich dachte immer, alle Berufe, die mit Technik zusammen hängen, sind irgendwie mit Dreck und Öl im Gesicht verbunden“, wundert sich Sabrina (15) über die saubere Arbeit an dem computergestützten Präzisionswerkzeug. „Der Info-Truck ist eine super Idee. Gerade Mädchen haben immer noch Berührungsängste gegenüber technischen Berufen“, findet auch Schulsprecherin Daphne (16).
Dem stimmt Schulleiterin Kirsten Fuhrmann zu. Auch sie ist begeistert von dem Konzept. „Die Schüler werden auf eine Art angesprochen, wie wir es nicht können. Und sie erhalten Berufsinformationen von Leuten aus Branche. Für unsere Berufsorientierung ist der Info-Truck ein tolles Projekt.“