Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

16 Meter Gefahr für Radfahrer auf der B3

Manfred Cohrs, Bürgermeister von Wenzendorf, wünscht sich eine Querungshilfe an der B3
 
16 Meter ist die vierspurige B3 an der Einmündung zur Mühlenstraße breit. Sie zu überqueren, ist gerade für Kinder und Senioren ein Problem
mi. Wenzendorf. „Was soll diese Hinhaltetaktik“, fragt Manfred Cohrs, Bürgermeister der Gemeinde Wenzendorf, an die Adresse der Landesbehörde für Straßenbau in Lüneburg. Der Verwaltungschef wirft der Behörde vor, es versäumt zu haben, im Zuge der Bauarbeiten an der Bundesstraße 3 an der Einmündung zur Mühlenstraße eine Querungshilfe mit einzuplanen. Das sei aber mit der Behörde bereits im Jahr 2014 so abgesprochen worden.
Auf der B3 herrscht oft dichter Verkehr. Die Bundesstraße ist eine wichtige Verbindung nach Buxtehude und in die Gewerbegebiete in Wenzendorf und Mienenbüttel, tausende Pendler und Lkw-Fahrer nutzen sie täglich.
Das Problem: Radfahrer, die von der Mühlenstraße aus Wenzendorf kommend, den Radweg an der Bundesstraße erreichen wollen, sind gezwungen, die B3 zu überqueren. „Es müssen 16 Meter Fahrbahn und vier Spuren überwunden werden, das ist gerade für Kinder und Senioren eine große Gefahr“, erklärt Bürgermeister Manfred Cohrs. Die Strecke werde laut Cohrs nicht nur von Freizeitradfahrern genutzt, die zum Beispiel den Hof Oelkers besuchten, sondern auch viele Schüler wählten diese Route, wenn sie im Sommer mit dem Rad zum Gymnasium nach Buchholz führen. „Eine Querungshilfe an dieser Stelle ist eine wichtige Investition in die Verkehrssicherheit der Bürger“, sagt Manfred Cohrs.
Aus diesem Grund hatte er bereits im Jahr 2014 mit der zuständigen Landesbehörde in Lüneburg besprochen, dass dort im Zuge der - bereits damals geplanten - Arbeiten an der Bundesstraße 3 eine Querungshilfe eingerichtet wird.
Doch bis die Insel zwischen den Fahrspuren aufgestellt werden kann, wird wohl noch eine Menge Zeit vergehen. Entgegen der Absprache ist die Querungshilfe von der Landesbehörde nicht in die Planung für die jetzt durchgeführten Baumaßnahmen an der B3 aufgenommen worden. Das erfuhr Manfred Cohrs allerdings erst kurz vor Baubeginn, auch über den Zeitpunkt der Arbeiten hatte die Behörde die Gemeinde Wenzendorf nicht informiert. Als der Bürgermeister daraufhin nachfrage, teilte man ihm mit: Sein Wunsch nach einer Querungshilfe käme zu kurzfristig und könnte deswegen bei der aktuellen Baumaßnahme keine Berücksichtigung finden. Manfred Cohrs: „Die Gemeinde hat die Planung im Jahr 2014 mit der Behörde besprochen, von kurzfristig kann da keine Rede sein.“ Cohrs vermutet einen anderen Grund hinter der Verschleppungstaktik der Landebehörde. Denn anders als im Jahr 2014 gedacht, wird die Behörde in Lüneburg wohl auch die Kosten für die Maßnahme tragen müssen.
Hintergrund: Ursprünglich sollte die Maßnahme durch Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm - einem mit EU-Geldern bestückten Strukturfonds für Kommunen - finanziert werden. Dem erteilte aber das zuständige Amt eine Absage. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, will die Gemeinde Wenzendorf die Kosten nicht selbst tragen, sieht die zuständige Landesbehörde in der Pflicht.
Dirk Möller, Leiter der Straßenverkehrsbehörde in Lüneburg, bestätigt das Treffen im Jahr 2014, sieht die Schuld für die vergessene Querungshilfe aber nicht allein in seinem Hause. „Beide Seiten, auch Wenzendorf, haben das Thema danach nicht mehr stringent verfolgt“, so Möller. Das Amt werde die Maßnahme ohnehin nur finanzieren, wenn sie aus Gründen der Verkehrssicherheit tatsächlich notwendig sei. Das müsse erst geprüft werden. Es sei jedoch der Gemeinde freigestellt, selbst die Kosten für die Querungshilfe aufzubringen.
Manfred Cohrs versteht diese - aus seiner Sicht - unnötigen Verzögerungen nicht. Er fragt: „Muss erst etwas passieren, bevor man in Lüneburg tätig wird?“