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„Das war ein Hexenkessel!“ - Der Hanstedter Florian Loest nahm an der Europa-Meisterschaft im Kleinfeld-Fußball in Montenegro teil

Große Freude: Nachdem Nationaltorwart David Reck den entscheidenden Acht-Meter pariert hat, fallen ihm seine Mitspieler in die Arme (Foto: Der Brecher)
 
Der Hanstedter Florian Loest nahm als Betreuer bei der Kleinfeld-WM in Montenegro teil (Foto: Der Brecher)

Das wird Florian Loest aus Hanstedt nicht so schnell vergessen. Der Student nahm als Betreuer an der Europa-Meisterschaft im Kleinfeld-Fußball in Montenegro teil. Loest war unter anderem für Reiseplanung und Videoanalysen der deutschen Nationalmannschaft zuständig.

mum. Hanstedt. Zurück in Hanstedt, feierte Florian Loest (24) mit seinen Freunden erst einmal seine Teilnahme mit der Fußball-Nationalmannschaft an der Europa-Meisterschaft in Montenegro. Ein Hanstedter nimmt an einer Männer-Fußball-EM teil? Ja. Bei der Auswahl des Deutschen Kleinfeld-Fußball-Verbandes (DKFV) zählte der in Diensten des MTV Hanstedt stehende Innenverteidiger zum Betreuer-Team. Nach der ersten EM in Griechenland 2013 fand die „Mini-Euro“ in Herceg Novi statt.
Auf dem 46 x 24 Meter großen Feld - gespielt wird mit Torwart und fünf Feldspielern - landete Loest mit der Auswahl auf dem vierten Platz. Der Verband kann aus einer großen Zahl von Spielern wählen. „Jeder, der in Uni- oder Firmen-Fußballligen kickt, ist spielberechtigt.“ Das seien laut Loest etwa 10.000 Sportler. In Deutschland gibt es seit zehn Jahren eine Universitätsliga. Im Vorfeld fanden überregionale Sichtungsturniere statt. Unter anderem gehörte auch Daniel Reck zum Team. Der Sohn von Oliver Reck (als Spieler bei Bremen und Schalke aktiv), steht bei FT Braunschweig (Regionalliga) im Tor.
Loest absolvierte während seines Sport-Studiums in Göttingen ein Praktikum bei Unicum Live in Bochum, der Geburtsstätte des deutschen Kleinfeld-Fußballs. „Die Idee ist einfach klasse. Es geht nur ums Kicken mit möglichst wenig Regeln und hohem Tempo“, so Loest.
Eine reine Spaßveranstaltung ist so eine EM dennoch nicht. „Dort geht es richtig zur Sache, alles ist sehr professionell“, sagt Loest, der seit zehn Jahren auch als Schiedsrichter im Herrenbereich (Bezirksliga) aktiv ist. Die deutsche Auswahl bereitete sich akribisch auf das Turnier vor. Und da kam der junge Hanstedter ins Spiel. Er war unter anderem für die Planung und Organisation zuständig. Unter anderem koordinierte Loest die gesamte Reise. In Montenegro war er zudem für die Spielanalyse per Video verantwortlich.
Die gute Vorbereitung hat sich gelohnt: Nach Siegen gegen Zypern (5:1) und Lettland (2:0) sowie einem Remis gegen Russland (1:1) zog Deutschland als Zweiter in die K.O.-Runde ein. Im Achtelfinale schlug das Team Griechenland mit 4:0, um dann im Viertelfinale auf Gastgeber Montenegro zu treffen.
„Das Spiel war mein absoluter spielerische Höhepunkt“, sagt Loest. Montenegro sei ohnehin eine starke Kleinfeld-Nation und dann noch mit mehr als 2.000 Fans in der ausverkauften Arena im Rücken - „das war ein echter Hexenkessel“. Die Entscheidung fiel schließlich im 8-Meter-Schießen.
Das Aus für das deutsche Team kam dann im Halbfinale. Dort unterlag die Mannschaft Slowenien mit 3:6. Im Spiel um Platz 3 verlor man noch mit 1:2 gegen Tschechien.
Für das Kleinfeld-Team geht es in diesem Jahr mit der WM in den USA weiter. Ob Loest wieder mit dabei ist, steht noch nicht fest. „Ich beginne als nächstes ein Praktikum im Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten TSG Hoffenheim“, so der Hanstedter. Ab Oktober möchte er in Leipzig seinen Master in Sportmanagement machen.