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Dokumentarfilmer auf hoher See: Zwischen Philippinos und Piraten

Von Colombo nach Singapur mit der Filmkamera „im Anschlag“: Jan Philip Lange (li.) und sein Begleiter Lars Burshille (Foto: Jan Philip Lange)

Filmexperte Jan Philip Lange dokumentierte den Alltag auf einem Containerschiff


ab. Neu Wulmstorf. ab. Neu Wulmstorf. Wie arbeitet und lebt die Crew auf einem modernen Containerschiff? Diese Frage beschäftigte den Neu Wulmstorfer Jan Philip Lange (41) derart, dass er für neun Tage auf einem großen Frachter als Passagier mitfuhr und den Alltag an Bord in einem Dokumentarfilm verarbeitete. „Die Männer der Calliditas“ heißt das Werk, das erst vor kurzem fertiggestellt wurde.

Jan Philip Lange hat an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg studiert. Anfang Oktober 2015 ging er mit seinem Freund Lars Burshille in Colombo an Bord der „RHL Calliditas“. Von da stach das 260 Meter langen Schiff Richtung Singapur in See.
Es sei beeindruckend gewesen, wie sehr die 20 Mann starke Crew zusammengehalten habe, sagt Lange. Die Mannschaft bestand überwiegend aus
Philippinos.

Nach seinen Recherchen ist das häufig der Fall. Die Männer aus der Crew würden meistens Verträge für eine neunmonatige Route unterschreiben, bis Anfang 50 diesen Job machen und sich danach mit einem kleinen Laden oder Ähnlichem an Land niederlassen. „Diese Jobs sind sehr begehrt, das haben mir die Männer an Bord erzählt.“
Die Stimmung an Bord sei gut gewesen, die Hierarchien erstaunlich flach. „Das ist wohl nicht an der Tagesordnung“, vermutet Lange. „Der Kapitän war sehr umgänglich.“

Lange hat sich wohl gefühlt an Bord - bis auf eine Situation. „Wir haben ein Piratengebiet durchquert. Kurz zuvor war ein Containerschiff an dieser Stelle überfallen worden“, berichtet der Neu Wulmstorfer. Die Mannschaft wurde über Verhaltensmaßnahmen gebrieft, das Schiff gesichert. Alle Kabinen wurden verschlossen. Die Wasserhydranten wurden mit Düsen versehen und zur Abwehr an der Reeling befestigt. „Da war mir richtig mulmig zumute“, erinnert sich Lange. Doch alles ging glatt, niemand versuchte, die neun Meter hohen Wände des Frachters zu erklimmen. Wie Lange von der Crew erfuhr, handele es sich bei den Piraten häufig um Fischer, deren Fang zum Leben nicht ausreiche.

15 Stunden Rohmaterial kamen am Ende bei der Reise heraus, aus denen der Filmfachmann eine rund 53-minütige Dokumentation zusammengestellt hat. „Da ich alles selbst gemacht habe, liegen sämtliche Rechte in meiner Hand“, sagt Lange, der hauptberuflich die Hamburger Niederlassung eines Unternehmens für Film-Endfertigung leitet. Einen Interessenten für den Film gibt es voraussichtlich schon: das philippinische Fernsehen.

• Mehr zu „Die Männer der Calliditas“ und Jan Philip Lange unter www.jplange.de.