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Ein Blindgänger unter der A26?

Carsten Stender (li.) und Adreas Bartels von der Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke: Links hinter ihnen befindet sich die Absturzstelle des Bombers

Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke weist auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg hin / Straßenbaubehörde plant Sondierung


In der Nähe der A26-Trasse, könnte etwas Hochexplosives lauern: Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verbirgt sich möglicherweise im Moor in einer abgestürzten englischen Kampfmaschine.
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade reagierte jetzt mit einem zweiten Schreiben auf den Hinweis der Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke (ADR) auf den möglichen Blindgänger zwischen Buxtehude und Rübke, versunken im Gebiet Hohentannen.

Wie die Stader Straßenbauer die Bürgerinitiative informierte, hatte ihnen das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) zu einer Oberflächensondierung im Bereich der A26 zwischen Buxtehude bis Rübke geraten. Dabei könnte das Wrack des Bombers geortet werden. Die Oberflächensondierung wird demnächst ausgeschrieben und ist zu Beginn des nächsten Jahres geplant. Sollte sich dabei etwas Ungewöhnliches zeigen, wird eine sogenannte Aushubkontrolle stattfinden. Erst danach wird der Vorbelastungsdamm aufgeschüttet.

Die ADR hatte sich an die Landesbehörde in Stade gewandt, weil Carsten Stender, ein Mitglied der Bürgerinitiative, durch Internetrecherchen auf den Absturz des englischen Kampfflugzeuges im Ovelgönner Moor im Jahr 1941 aufmerksam geworden war (das WOCHENBLATT berichtete). Auf die Recherche-Idee kam Stender, nachdem sein Nachbar beim Pflügen Wrackteile gefunden hatte - nahe dem Bereich, in dem der Vorbelastungsdamm für die A26 aufgeschüttet werden soll. Im Zweiten Weltkrieg wurden fünf der sechs Besatzungsmitglieder tot geborgen, das sechste ist im Moor verschollen. Da der Bomber sehr schnell sank, ist nicht bekannt, ob er mit scharfer Munition beladen war oder diese bereits abgeworfen hatte. Zeitzeugen gibt es leider nicht mehr.

„Wir können und wollen die Intensität der anvisierten Oberflächensondierung nicht beurteilen“, äußert sich der erste Vorsitzende der ADR, Andreas Bartels, zu der schriftlichen Antwort. „Wir haben aber zumindest das Gefühl, dass unser Einwand Berücksichtigung findet.“ Bartels bezieht sehr deutlich Position: „Es geht der ADR nicht darum, den Bau der Autobahn zu stoppen oder Ähnliches. Dieser Eindruck soll auf keinen Fall entstehen. Wichtig ist uns aber, Rübke und seine Bürger zu schützen. Beispiele in der Vergangenheit haben gezeigt, wie ernst das Ganze zu nehmen ist.“


Oberflächensondierung: Was bedeutet das?

Bevor Kampfmittel geborgen werden können, werden Ort und Lage genau ermittelt. Es gibt zwei Arten, mögliche Munition von der Oberfläche zu sondieren: die passive und die aktive. Jeder Ort der Erde hat einen definierten Einfallswinkel der Erdmagnetstrahlen (Erdmagnetvektor). Dieses natürliche Magnetfeld wird durch magnetisierte Objekte, wie bespielsweise Bomben, gestört. Diese Störung kann mittels einer passiven Sonde gemessen werden, z.B. mit einer Handsonde.

Bei der aktiven Oberflächensondierung wird eine Sender- und Empfängerspule über die vermutete Stelle im Boden geführt. Die Senderspule erzeugt einen elektrischen Impuls. Ein ferromagnetischer Gegenstand im Boden erzeugt durch den Impuls ein elektrisches Magnetfeld, das von der Empfängerspule aufgefangen wird. Die Daten können später am Computer ausgewertet und die Tiefe festgestellt werden. (Infos: WIWA Kampfmittelbergung Hamburg).