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Elstorf: Die Ausstattung ihrer "Majestäten"

Mirco Meyer (re.) und Manfred Kanebley zeigen die Königskette der Elstorfer Schützen - ein Stück von wahrhaft königlichem Wert
 
Das ist sie - die neue Kette für den "König der Könige"

Elstorfer Schützen öffnen für das WOCHENBLATT ihre "Schatztruhe"

ab. Neu Wulmstorf. Wer in einem Schützenverein einen Titel errungen hat, erhält neben der Würde auch einen Orden für seine Uniform. Oder eine Kette. Doch wer fertigt diese Auszeichnungen an und wie wertvoll sind sie? Der Schützenverein Elstorf hat dem WOCHENBLATT Einblick gewährt.

Kürzlich erlangte Mirco Meyer, Inhaber des Autohauses Meyer in Elstorf, die Würde „König der Könige“. Am Wettstreit um diese Würde kann nur teilnehmen, wer bereits einmal Schützenkönig war. Früher gab es an dieser Stelle einen Pokal, doch der wurde abgeschafft. Mirco Meyer erhielt als Erster die „Königskette“ für den „König der Könige“.

„Es handelt sich um ein Unikat aus 925er Sterling Silber“, erklärt Schießwart Manfred Kanebley. Ein Juwelier habe den Orden angefertigt - wie alle anderen Orden der Elstorfer Schützen auch. Über den genauen Wert der Königskette für den „König der Könige“ verrät Kanebley nichts, es handele sich aber „um einen hohen dreistelligen Bereich“.

30 verschiedene Orden werden jährlich im Elstorfer Schützenverein vergeben, alle vom Juwelier gefertigt und mit einem Wert von 80 bis 150 Euro. Diese Auszeichnungen bleiben immer an der Uniform - da werden Schützenjacken richtig wertvoll. „Unsere Jungschützen sind schon häufiger mit geplünderten Jacken von nächtlichen Touren zurückgekehrt“, sagt Kanebley.

Einen besonderen Wert hat jedoch die Schützenkönigskette, vor allem einen historischen: Der erste Orden stammt aus dem Jahr 1898. Da gab es im Verein den ersten Schützenkönig. Jeder neue Schützenkönig ist für seinen Orden, der anschließend an der Schützenkönigskette befestigt wird, selbst verantwortlich. „Wie er diesen gestalten lässt, ist Sache des Würdenträgers, er bezahlt ihn aber auch selbst“, so der Schießwart. Solch ein Orden schlage, je nach Anfertigung, mit 650 bis 900 Euro zu Buche. Die Schützenkönigskette bewahrt jeder aktuelle Würdenträger in einem dafür vorgesehenen Koffer zu Hause oder im Tresor des Schützenvereins auf. Nach Ablauf des Schützenkönigsjahres wird die Kette - um einen Orden schwerer - an die nächste Majestät weitergegeben.

Inzwischen wiegt die Kette zwölf Kilogramm, er selbst habe sie einmal gewogen, erzählt Kanebley. Dem Träger könne zwar mitunter recht warm und die Kette schwer werden, aber bisher habe das niemandem Probleme bereitet, sagt Mirco Meyer. Sie werde nach Begrüßungen und offiziellen Anlässen auch durch eine kleine Schützenkönigskette ersetzt.

Dennoch: Alleine anziehen kann der Schützenkönig die Schützenkönigskette nicht, er braucht mindestens einen Helfer. „Dazu gibt es ja die Adjutanten“, sind sich Meyer und Kanebley einig.
Noch ein kleines Geheimnis gibt Manfred Kanebley preis: Der Elstorfer Schützenverein habe einen ungewöhnlichen Orden - den anonymen Goldorden. „Den gibt es seit 50 Jahren - nur der Schießwart kennt den Spender.“ Außerdem gebe es noch die Kinderkönigskette. Für diese sei früher immer von den Eltern ein filigraner Orden mit Datum und Namen des Kindes angefertigt worden. Doch mittlerweile möchten die kleinen Majestäten diese Kette nicht mehr tragen.

• Am Freitag, 24. März, gibt es ab 19.30 Uhr wieder das Schlussschießen der Damen mit dem Luftgewehr - und garantiert auch wieder einen schönen Orden.