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Elstorf: "Abstand zwischen Trasse und Wohnbebauung"

An Werktagen normal: Reichlich Schwerlastverkehr rollt durch Elstorfs Ortskern
 
Damals schon ein Thema: Einladung zu einer öffentlichen Diskussion im Jahr 1979 (Foto: privat)

Nach WOCHENBLATT-Aufruf: Anwohnerstimmen zur Ortsumfahrung

ab. Elstorf.
ab. Elstorf. Immer wieder kommt bei den verkehrsgeplagten Anwohnern im Neu Wulmstorfer Ortsteil Elstorf die Frage auf, ob die Pläne zur dortigen Wohnbebauung jene der Ortsumgehung behindern könnten. WOCHENBLATT-Leser Harald Beilfuß hatte sich bereits für eine östlich verlaufende Trasse ausgesprochen. Das WOCHENBLATT hat nachgefragt: Was sagen andere Anwohner dazu?

Gegen eine Ortsumfahrung im Westen spreche, dass die „wahrscheinlich sehr stark befahrene Bundesstraße“ westlich am Elstorfer Sportplatz vorbeiführe, schreibt Jörg Pehmöller aus Neu Wulmstorf. „Da wir uns in einer Westwind-Zone befinden, werden sämtliche Pkw-/Lkw-Schadstoffe über den Sportplatz und durch Elstorf geleitet, und das, obwohl es eine Alternative im Osten von Elstorf/Schwiederstorf gibt, wo die Schadstoffe im Wald verdünnt und gefiltert werden.“ Pehmöller fragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die Bundesstraße nachhaltig zu gestalten, ohne Schad- und Lärm-Immission für die Bürger.

Anwohnerin Sigrid Urbanski ist vor 16 Jahren nach Elstorf gezogen. Damals sei der Lkw-Verkehr lange nicht so stark gewesen, schreibt sie. Das habe sich jedoch mit Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen geändert. Sie schlägt eine Maut für die B3 vor, um Elstorf vom Schwerlastverkehr wenigstens teilweise zu entlasten. Wichtig findet sie, die Ortsumgehung „so schnell wie möglich zu bauen und einen großen Abstand zwischen Straße und bestehender Wohnbebauung zu lassen.“

Leser Andreas Liedtke stimmt Harald Beilfuß und seinen Argumenten für eine Ostvariante zu, für die beispielsweise eine geringere Feinstaubbelastung spreche. „Warum wird diese Ortsumgehung nicht in die Planungen mit aufgenommen?“, fragt er. Seiner Meinung nach müsste sie favorisiert werden.

Auch Torge Thielemann aus Neu Wulmstorf plädiert für eine östliche Ortsumfahrung. Die Westvariante verlaufe zwischen Elstorf und Ardestorf und führe bis auf ca. 80 Meter an die bestehende Bebauung in Ardestorf heran. Thielemann führt ebenfalls eine sehr starke Lärm- und Feinstaubbelästigung für die Bewohner an. Eine Ostvariante würde dies vermeiden. Außerdem „würde eine Westvariante Elstorf und Ardestorf regelrecht zerschneiden“, die Ostvariante hingegen würde im Wesentlichen zwischen Elstorf/Schwiederstorf und dem Waldgebiet Rosengarten verlaufen.

„Warum muss sich Elstorf unbedingt nach Süden und Westen ausweiten?“, fragt Hermann Martens aus Ardestorf. Vor Jahren wurden Schützenplatz und Sportanlage in den Süden von Elstorf ausgelagert, um von der Ortsumfahrung wegzukommen. Dort befänden sich auch Feuerwehr und Johanniter. Jetzt werde laut Flächennutzungsplan-Entwurf in Richtung dieser Anlagen Ortsbebauung geplant. „Ärger ist programmiert!“, ist Martens sicher. In Richtung Daerstorf sei „jede Menge Platz für Bebauung“ und eine Ortsumgehung im Osten möglich.

• Wie mehrfach berichtet, ist eine Ortsumfahrung in Elstorf dringend erforderlich. Vor bald 40 Jahren kam das Thema Ortsumgehung erstmals auf den Tisch von Verwaltung und Politik und wurde damals mit den Anwohnern öffentlich diskutiert. Noch bis vor einigen Jahren sollte spätestens mit der Fertigstellung der A26 bei Rübke die Ortsumfahrung realisiert worden sein. Die jüngsten Pläne der Straßenbaubehörde aus Lüneburg zeigen aber: Die Ortsumfahrung wird wohl erst im Jahr 2031 fertig. Grund dafür scheint u. a. zu sein, dass der endgültige Trassenverlauf noch geprüft wird. Parallel dazu werden von der Neu Wulmstorfer Verwaltung neue Flächen für eine zukünftige Wohnbebauung in Elstorf geplant.