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Eine Hochzeit wie im Märchen: Irmgard und Peter Schwenck aus Neu-Eckel feiern diamantene Hochzeit

Irmgard und Peter Schwenck feiern diamantene Hochzeit
 
Das frischgebackene Ehepaar Schwenck (Foto: Schwenck)
as. Neu-Eckel. „Wie geht es denn deiner Freundin?“ fragte die damals 20 Jahre alte Irmgard kess, als Peter, der ihr mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen schon aufgefallen war, sie auf einer Veranstaltung des Vereins „geborener Hamburger“ zum Tanzen auffordern wollte. „Na, wenn es dir gut geht, weißt du ja, wie es meiner Freundin geht“, antwortete der 21-jährige Peter. Seitdem sind Peter (83) und Irmgard (82) Schwenck aus Eckel ein Paar. Am morgigen Donnerstag, 7. Januar, feiern sie diamantene Hochzeit.
Irmgard, die mit ihren Eltern in Barmbek wohnte, und der mit seiner Familie in Hammerbrook lebende Peter gingen fortan jeden Mittwoch gemeinsam ins Kino. Am Wochenende unternahmen sie mit einem kleinen Transporter, den sie von Peters Vater ausgeliehen hatten, Ausflüge an die Ostsee. Am 5. November 1955 feierte das Paar Verlobung. Die Hochzeit in der als „Hochzeitskirche“ beliebten St. Johannis-Kirche in Eppendorf am 7. Januar 1956 ist der Verkäuferin Irmgard heute noch gut in Erinnerung. Ihr Hochzeitskleid und der bodenlange Schleier waren von ihrer Schwägerin entworfen und aus weißem Brokatstoff genäht worden. Peters Eltern hatten für das Hochzeitspaar eine Kutsche besorgt. Bei bestem Winterwetter, strahlend blauem Himmel und Schnee fuhren sie in der Kutsche quer durch Hamburg. Wie die Queen habe sie sich gefühlt.
Nach der Hochzeit zogen sie in ein Zimmer zu Peters Eltern - Wohnraum war nach dem Krieg knapp. Nach der Geburt von Tochter Kerstin im Mai 1956 musste sich die dreiköpfige Familie noch einige Monate das Zimmer teilen, bevor die erste eigene Wohnung bezogen werden konnte.
Peter Schwenck stieg in den Familienbetrieb - eine Spedition - ein, während Irmgard als Hausfrau und Mutter zuhause blieb. Nach Kerstin wird 1958 Sohn Reiner und 1962 Tochter Petra geboren.
Im Frühjahr 1963 wurde das Ferienhaus in der Lüneburger Heide gebaut. Zunächst noch ohne Strom und Wasser, schufen sich Irmgard und Peter dort ein Wochendparadies. In ihrer Freizeit werkeln die beiden am Haus, kümmern sich um den Garten oder spielen Karten. Die begeisterten Ski-Fahrer reisten nicht nur nach Österreich, sondern auch in die USA, mit dem Motorboot durch Frankreich oder einfach mit dem Wohnmobil drauf los. Als nächstes soll es nach Mittenwald ins Allgäu gehen, wohin auch die erste gemeinsame Reise des Paares führte.
1993 beschlossen Peter und Irmgard Schwenck, noch einmal umzuziehen und erfüllten sich mit über 60 Jahren in der Nähe ihrer Tochter Kerstin ihren Traum vom Eigenheim. Mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln wird es den Großstädtern auch in Neu-Eckel nicht langweilig. Für ihre Nachkommen haben die beiden sogar ein Buch geschrieben. Peter Schwenck hat für seine Enkel die Geschichte seiner Spedition festgehalten, während Irmgard in ihrem Werk von ihren Flucht- und Kriegserfahrungen berichtet.
Ihr Erfolgsrezept für 60 Jahre Ehe: Nie länger als einen Tag zerstritten sein. „Länger halt man das doch sowieso nicht aus“, lacht Peter Schwenck. Irmgard ergänzt: „Es gibt immer Höhen und Tiefen, wäre doch langweilig, wenn alles glatt gehen würde“.