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Eine langfristige Perspektive? Gläubigerausschuss des Krankenhauses Salzhausen votiert für Übernahme durch Curagita Holding AG

Soll von der Curagita Holding AG übernommen werden: das insolvente Krankenhaus in Salzhausen (Foto: archiv)
ce/rs. Salzhausen. "Ich bin froh, dass es nach den langen Verhandlungen mit potenziellen Investoren endlich ein Ergebnis gibt." Das sagte Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause nach der jüngsten Sitzung des Gläubigerausschusses des insolventen Krankenhauses Salzhausen. Das Gremium war am Mittwochabend einer Empfehlung von Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Jan Ockelmann gefolgt, die Curagita Holding AG mit Hauptsitz in Heidelberg zunächst für drei Monate mit der Geschäftsführung der Klinik zu beauftragen. Die Curagita soll das bundesweit bislang einzige von einem genossenschaftlichen Krankenpflegeverein geführte Haus im Auftrag der Deutschen Radiologienetz AG (DeRAG), übernehmen.
Innerhalb der nächsten vier Wochen werde die Curagita das wirtschaftliche Risiko einer Krankenhausübernahme prüfen. "Ende Februar rechne ich mit ersten Ergebnissen", sagte Krause, der dem Gläubigerausschuss angehört, gegenüber dem WOCHENBLATT. Einer Zustimmung durch die rund 1.300 Mitglieder zählende Salzhäuser Krankenhausgenossenschaft habe es für die Empfehlung des Gläubigerausschusses nicht bedurft, da es sich um ein Insolvenzverfahren handele.
"Wir wollen den stationären und ambulanten Betrieb des Hauses erhalten und seine Zukunft sichern", erklärt Dr. Rolf Lucas vom Vorstand der Curagita gegenüber dem WOCHENBLATT. Das Leistungsangebot solle durch zusätzliche Belegärzte erweitert und die derzeit rund 100 bestehen Arbeitsplätze erhalten werden.
Wie es mit der Salzhäuser Genossenschaft weitergehe, sei noch offen, sagt Jürgen Meinberg, der als Vorsitzender des genossenschaftlichen Krankenpflegevereins Mitverantwortung auch für die Vergangenheit trägt. Meinberg: "Ich gehe davon aus, dass es eine Generalversammlung des Krankenpflegevereins geben wird, auf der die Curagita ihr Konzept vorstellen wird und gemeinsam mit uns berät, ob und inwieweit die Genossenschaft fortgeführt werden kann."
Beschlossene Sache sei die Übernahme des etwa 80 Mitarbeiter umfassenden Pflegebereichs des Krankenhauses zum 1. Februar durch die Hamburger Benno-und-Inge-Behrens-Stiftung.
Derweil sieht man beim Landkreis der Entwicklung gelassen, aber etwas verwundert zu. Schließlich habe man viel Zeit und großen Aufwand in ein tragfähiges Konzept für die insolvente Klinik investiert.
Gibt es Angst vor Salzhausen als Wettbewerber? "Wir kennen den Betreiber nicht, glauben aber, dass die derzeitige Entwicklung keine Auswirkungen für uns hat", sagt Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Kreiskrankenhäuser in Buchholz und Winsen. "Solange es Salzhausen gibt, haben wir mit dem Krankenhaus immer vertrauensvoll zusammengearbeitet." Es bleibe abzuwarten, ob die jetzige Entscheidung tragfähig sei und als langfristige Perspektive tauge.

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