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Krankenhaus Salzhausen steht vor Insolvenz: Defizit von rund 700.000 Euro / Neue Vorwürfe wegen Betruges

Auf der Generalversammlung des Krankenhauses: Sachwalter Jan Ockelmann und Geschäftsführerin Ute Golbach
ce. Salzhausen. Das finanziell angeschlagene Krankenhaus Salzhausen steht vor der Insolvenz. Sachwalter und Rechtsanwalt Jan Ockelmann hat beim Amtsgericht Lüneburg die sogenannte drohende Masseunzulänglichkeit angezeigt, weil die Klinik fällige Verbindlichkeiten nicht begleichen kann. Aufgrund eines Defizites von derzeit rund 700.000 Euro können für die rund 200 Beschäftigten für September keine Gehälter und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Das gab Ockelmann auf der außerordentlichen Generalversammlung des Krankenhauses am gestrigen Abend in "Rüter's Hotel & Restaurant" bekannt. Entlassungen von Mitarbeitern habe es bislang nicht gegeben. Jan Ockelmann soll im weiteren Verfahren als Insolvenzverwalter eingesetzt werden. Die Suche nach privaten Investoren sei bislang ergebnislos verlaufen, man habe aber noch "ein paar Eisen im Feuer", hieß es auf der Versammlung.
Krankenhaus-Geschäftsführerin Ute Golbach berichtete von einer erneuten Polizei-Razzia im Krankenhaus, bei der die Ordnungshüter im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg rund 300 Akten beschlagnahmt hätten. Wie das WOCHENBLATT erfuhr, waren Auslöser der Durchsuchung neue Vorwürfe, die sich aus den laufenden Ermittlungen wegen Abrechnungsbetruges gegen eine Gemeinschaftspraxis aus dem Kreis Harburg mit Belegbetten im Krankenhaus Salzhausen (das WOCHENBLATT berichtete) ergeben haben. "Es besteht der Verdacht, dass im Zeitraum zwischen Anfang 2009 und Oktober 2010 Leistungen durch die Gemeinschaftspraxis abgerechnet wurden, obwohl sie von einem Arzt am Krankenhaus Salzhausen erbracht wurden", so Oberstaatsanwältin Angelika Klee, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg. "Weiterhin besteht der Verdacht, dass das Krankenhaus Salzhausen die Arbeit dieses Mediziners wiederum als angeblich belegärztliche Behandlung gegenüber den Krankenkassen abgerechnet hat."
Ein ausführlicher Bericht folgt in der WOCHENBLATT-Printausgabe am Samstag.