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Noch liegt Schockstille über Luhmühlen

Doppel-Olympiasieger Michael Jung aus Horb beim Geländeritt mit seinem Nachwuchspferd Rocana. Kurz vorher zog sich der deutsche Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter tödliche Kopfverletzungen zu

REITEN: Das Vielseitigkeitsturnier in der Heide wurde von einem Todesfall überschattet - Neuseeländer Tim Price siegte für den verunglückten Benny Winter

(cc). Bei der vom Unfalltod des Warendorfer Reiters Benjamin Winter (25) überschatteten internationalen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen konnte sich der Neuseeländer Tim Price (32) über seinen Sieg bei der Vier-Sterne-Prüfung mit Wesko nicht freuen. „Diesen Sieg widme ich Beny Winter,“ sagte der Luhmühlen-Sieger einen Tag nach dem Todes-Drama im Gelände. Die Fahnen wehten rund um den Turnierplatz auf Halbmast. Für die platzierten Reiter, die ein schwarzes Flor-Band am Ärmel trugen, gab es keine Siegerehrungen mit Hymnen. In der Drei-Sterne-Prüfung wurde nach der Todes-Nachricht kein Titel des Deutschen Meisters vergeben. Beim gleichen Turnier ist ein Pferd gestorben.
Die Gefahren in der Vielseitigkeit (Dressur, Gelände, Springen), die früher Military hieß, sind ausreichend bekannt - und doch ist es wieder passiert: Das hoffnungsvolle Talent Benjamin Winter (25) aus Dortmund war am Samstag beim Geländeritt der Vier-Sterne-Prüfung mit seinem Pferd Ispo an einem Sprung gestützt und wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Boberg gebracht. Dort erlag er seinen schweren Kopfverletzungen. In der Vier-Sterne-Prüfung gab es insgesamt sechs Stürze im Gelände. Während die Australierin Lucinda Fredericks mit Prellungen davon kam, musste die Britin Georgie Spence mit einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus. Am Geländetag starb in Luhmühlen auch das Pferd Liberal des Briten Tom Crisp an einem Aorta-Riss. Unfassbar, dass am selben Wochenende auch in Großbritannien ein Reiter ums Leben kam.
Nach Beratungen der Reiter und der Veranstalter und in Absprache mit der Familie von Benny Winter wurde in Luhmühlen das Turnier am Sonntag fortgesetzt. Winters enge Freunde Dirk Schrade, Julia Krajewski und Sandra Auffahrt haben aber auf ihre Starts verzichtet. In Folge wurde in der Drei-Sterne-Prüfung der Titel des Deutschen Meisters nicht vergeben.
Das Turnier wurde am Sonntag nach einer Gedenkzeremonie mit dem abschließenden Springen entschieden. In der Vier-Sterne-Prüfung siegte der Neuseeländer Tim Price auf Wesko vor Doppel-Olympiasieger Michael Jung aus Horb, der sein Nachwuchspferd Rocana gesattelt hatte. In der Drei-Sterne-Prüfung (Meßmer Trophy) gewann der Australier Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo. Platz zwei belegte die zweimalige Team-Olympiasiegerin Ingrid Klimke aus Münster mit Escada, die Tags zuvor ihre Paradepferd FRH Butts Abraxxa in den Ruhestand verabschiedete.
Als Mitglied der Turniergesellschaft und Sponsor der Meßmer Trophy fasste Michael Spethmann in der abschließenden Pressekonferenz zusammen: „Ein schrecklicher Moment für unseren Sport - wir haben alle versucht, den heutigen Tag im Sinne von Benny zu gestalten.“