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Richard ist "The Cleaner": Zehnjähriger befreit Gehwege und Straßen von Müll

Sein Cap mit der Aufschrift "The Cleaner" gehört zu Richards "Arbeitsbekleidung"
kb. Seevetal. Komische Blicke sind ihm egal, blöde Kommentare ignoriert er: Wenn Richard (10) aus Meckelfeld in seiner "Arbeitskluft" loszieht, hat er nur eines im Blick: den achtlos weggeworfenen Müll auf Gehwegen und Straßen, in Blumenbeeten und auf Grünflächen. "Ich ärgere mich furchtbar, dass die Leute das alles einfach auf die Straße werfen", sagt der Fünftklässler.
Flaschen, Taschentücher, Kaugummipapier, Zigarettenschachteln, kaputte Plastikbecher - Richard sammelt alles auf, was in den Müllcontainer und nicht auf den Gehweg oder in die Natur gehört. Manchmal ist er mehrmals in der Woche bewaffnet mit einem Müllbeutel unterwegs. Lange suchen muss er nie, bis er den nächsten Abfall findet.
Auf die Idee, sich als "The Cleaner" auf die Jagd nach Müll zu machen, kam Richard ganz allein. Ebenso darauf, sich eine Art "Arbeitskleidung" für seinen Einsatz im Namen der Umwelt zuzulegen. Die gelbe Schutzbrille fand er in der Garage, die Arbeitshandschuhe bekam er von seinem Vater. "Das Cap habe ich mir selbst gekauft", erzählt Richard. "Ich habe daran gedacht, dass viele Menschen in ihrem Job ein Käppi tragen", so der aufgeweckte Junge. Um deutlich zu machen, worin sein "Job" besteht, beschriftete er das Cap mit "The Cleaner" ("Der Saubermacher").
Seine Mutter Cornelia Steinbrück ist stolz auf ihren zupackenden Sohn, aber als er nach seinem ersten Einsatz zurückkam und den gesamten gesammelten Müll mit nach Hause brachte, musste sie doch einschreiten. "So geht das natürlich nicht", sagt sie und lacht. Seitdem entsorgt Richard seine gesammelten Werke in öffentlichen Mülleimern.
Während sich viele Meckelfelder über den tollen Einsatz ihres kleinen Mitbürgers freuen, muss er sich gerade von anderen Kindern oft blöde Sprüche anhören. "Aber das ist mir egal", sagt Richard. Umso mehr freut er sich, wenn er ein Lob erntet oder ihm wie neulich eine ältere Dame einen Euro für die Spardose zusteckt.
Davon, dass immer wieder neuer Müll auf den Gehwegen landet, lässt sich Richard nicht entmutigen, im Gegenteil. "Auch wenn ich nicht verstehe, wie die Leute sich so verhalten können - ich sammel weiter!", sagt der umweltbewusste Junge. Um noch effektiver zur Tat schreiten zu können, will er sich nun einen Müllgreifer zulegen. Das WOCHENBLATT ist der Meinung: Den müsste der fleißige Junge eigentlich vom Seevetaler Betriebshof gesponsert bekommen!