Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

„Xavier“ zieht Spur der Verwüstung durch den Landkreis Harburg

259 Fahrgäste des Metronom musten in Jesteburg von Feuerwehr und Polizei evakuiert werden
(bim). Ausnahmezustand wegen des Sturmtiefs „Xavier“. Im Minutentakt mussten die Retter ab Donnerstagmittag ausrücken, um umgeknickte Bäume von Straßen, Häusern, Autos und Bahngleisen zu entfernen. Der Bahnverkehr kam zum Erliegen. Hunderte Fahrgäste mussten evakuiert werden. Im Norden erreichte der Orkan Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 113 km/h. Sieben Tote sind zu beklagen.
In Jesteburg schaffte es der 17-jährige Feuerwehrmann Joel Sager, den Zugführer eines Metronom durch auffälliges Winken vor einem Baum auf den Bahngleisen zu warnen, sodass dieser den Zug rechtzeitig stoppen konnte. Bis zu ihrer Evakuierung durch die rund 60 Kräfte der Feuerwehren der Samtgemeinden Jesteburg und Hanstedt sowie der Polizei mussten die 259 Fahrgäste noch Geduld aufbringen. Denn zunächst musste die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn den Strom abschalten und die Oberleitung erden. Im Heimathaus kümmerte sich anschließend die DRK-Schnelleinsatzgruppe Heide um die Betreuung der „Gestrandeten“. Einige wurden auch auf kurzfristig georderte Reisebusse verteilt und zu anderen Bahnhöfen befördert. „Die meisten Fahrgäste sind entspannt. Es gibt keine Verletzten“, so Einsatzleiter Joachim Röhrs.
Insgesamt rückten die 107 Feuerwehren im Landkreis Harburg mehr als 600-mal aus. Alle fünf Drehleitern waren zeitgleich im Einsatz sowie über Stunden ein Hubrettungsfahrzeug der Werkfeuerwehr Mercedes Benz. Nach ersten Meldungen sind bei den Einsätzen im Landkreis Harburg glücklicherweise keine Personenschäden zu verzeichnen. Glück im Unglück hatten die Insassen eines Pkw auf der B3 zwischen Rade und Elstorf. Das Fahrzeug wurde bei laufender Fahrt von einem umstürzenden Baum getroffen. Die beiden Insassen entkamen unverletzt.
Die Höhe der entstandenen Schäden muss nun von Experten der Versicherungen beziffert werden.
Respekt gebührt den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, den Straßenmeisterien und allen übrigen Einsatzkräften, die es trotz aller Widrigkeiten schafften, schnellstmöglich Straßen und Gleise freizuräumen.

Lesen Sie auch Update zum Sturmtief "Xavier"