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Feuerwehrgerätehaus Otter im Beisein von Hunderten Gästen feierlich eingeweiht

Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam (li.) überreichte Ortsbrandmeister Klaus Meinecke den symbolischen Schlüssel
 
Ortsbrandmeister Klaus Meinecke überreichte den Schlüssel an Gerätewart Jens Kahl
bim. Otter. Auf diesen Tag hat die Freiwillige Feuerwehr Otter lange gewartet: die feierliche Einweihung ihres neuen Feuerwehrgerätehauses. Entsprechend groß war jetzt die Schar der Gratulanten. Mehrere Hunderte Gäste schauten Samstagnachmittag in den neuen Räumen am Todtshorner Weg vorbei.
Der Dank der Festredner galt den am Bau beteiligten Feuerwehrleuten für deren großartige Eigenleistung, den Baufirmen, den Frauen, die die Handwerker mit Essen versorgten, Förderverein und Gemeinde für die finanzielle Unterstützung sowie Samtgemeinde- und Gemeinderat und der Verwaltung, insbesondere der Gebäudewirtschaft.
"Das Gerätehaus hat mich ein paar Haare gekostet und mir einige Falten eingebracht", bekannte Ortsbrandmeister Klaus Meinecke. Denn von der ersten Idee bis zum Einzug im Februar sind fast zwölf Jahre vergangen, und es brauchte drei Samtgemeinde-Bürgermeister. Die ersten Gespräche fanden noch mit Samtgemeinde-Bürgermeister Heinz Oelkers statt, die weiteren Beschlüsse der politischen Gremien wurden unter Dirk Bostelmann gefasst und die Einweihung jetzt von Dr. Peter Dörsam vorgenommen.
Der berichtete, dass die Baukosten um 10.000 Euro unter den im Haushalt veranschlagten 710.000 Euro geblieben sind und das Haus schneller als geplant fertiggestellt wurde. Die Gründung der Jugendfeuerwehr 2002 und deren Erfolg war ein Grund, das viel zu kleine Feuerwehrhaus an der Schulstraße aufzugeben. "Eine gut funktionierende Jugendfeuerwehr ist eine gute Basis für die aktive Wehr. Für deren Ausbildung wurden hier die Voraussetzungen geschaffen", so Dörsam.
Die Einweihung war zugleich eine Abschiedsfeier: Otters Bürgermeister Herbert Busch kandidiert nach rund 30 Jahren im Amt nicht erneut als Bürgermeister. Und Joachim Vobienke wird nicht erneut als Gemeindebrandmeister zur Verfügung stehen.
Für Herbert Busch, in dessen Amtszeit u.a. die Grundschule zweimal erweitert und die Krippe an den Kindergarten angebaut wurde, ist die Einweihung des Feuerwehrhauses auf der gegenüber liegenden, 15.000 Quadratmeter großen Fläche im Eigentum der Gemeinde ein schöner Abschluss. "Es ist ein wahr gewordener Abschluss für meine Tätigkeit im Gemeinderat. Wir haben hier einen neuen Mittelpunkt für den Ort geschaffen", sagte Busch, der auch Ehrenmitglied der Feuerwehr Otter ist.
Trotz der Dauer bis zur Realisierung wurde das Feuerwehrhaus im Vergleich zu anderen Bauprojekten schnell gebaut, machte Herbert Busch an einem - zugegeben hinkenden Vergleich - deutlich: "Als im Januar 2007 das erste Gespräch geführt wurde, war der Flughafen Berlin-Brandenburg schon im Bau. Dort gibt es keine Kostenersparnis. Und er ist noch nicht fertig", sagte er augenzwinkernd.
Gemeindebrandmeister Vobienke bedankte sich ebenfalls für die Eigenleistung der Feuerwehrleute und hob deren Arbeitseinsatz nach Feierabend und an den Wochenenden hervor. Das Feuerwehrhaus in Todtglüsingen habe 30 Jahre von der Planung bis zum Bau gedauert. Bei den Feuerwehrgerätehäusern in Heidenau, Dohren und Welle habe die Feuerwehr Eigenleistungen erbracht. Das Gerätehaus in Kakenstorf habe die Feuerwehr sogar fast alleine gebaut. "Während meiner fast 30-jährigen Tätigkeit im Samtgemeinde-Kommando wurde immer wieder die Forderung nach Eigenleistung der Feuerwehr gestellt", sagte Vobienke. Er betonte, dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Samtgemeinde ist. "Bei einem Schulbau habe ich noch nicht eine Forderung nach Eigenleistung gehört", so Vobienke. Er appellierte an Rat und Verwaltung: "Nehmen Sie den Bau eines Gerätehauses einfach in die Hand und setzen ihn um. Die Eigenleistung der Freiwilligen Feuerwehr kommt dann von ganz alleine in Form von Brandschutz, Hilfeleistung und hervorragender Jugendarbeit." Trotz der Kritik ist Joachim Vobienke dankbar, dass die Samtgemeinde das im Rahmen der Finanzen Notwendige für die Sicherheit der Bürger macht.
Architekt Martin Menzel übergab schließlich den symbolischen Schlüssel an Samtgemeinde-Bürgermeister Dörsam, der diesen an Klaus Meinecke weitergab, der den Schlüssel wiederum Gerätewart Jens Kahl aushändigte.
Die Einweihung war für Familie Meinecke noch in anderer Hinsicht ein bedeutendes Ereignis: Vor 32 Jahren hatte Klaus Meineckes Vater, der damalige Ortsbrandmeister Heinrich Meinecke, das Feuerwehrhaus an der Schulstraße eingeweiht. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Klaus Böttcher bedankte sich bei der Familie für fast 35 Jahre als Ortsbrandmeister. Da Klaus Meineckes Frau Simone wegen der Bauarbeitenn in den vergangenen eineinhalb Jahren häufig auf ihren Mann verzichten musste, überreichten ihm seine Kameraden einen Gutschein für ein Wochenende für Zwei an der Ostsee. Mit deren Kindern Jascha (12) und Nele (10), die beide in der Jugendfeuerwehr sind, stehen schon die nächsten Führungskräfte in den Startlöchern.