Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Günter Sepp hat Freude an „alten Werten“

Alte Traktoren sind seine Leidenschaft: Günter Sepp (Foto: Oldtimer-Freunde Wistedt)

Gründungsmitglied der Oldtimer-Freunde Wistedt engagiert sich nicht nur für Oldtimer-Trecker und die plattdeutsche Sprache


bim. Wistedt.
Mit ihren „Oldies“ sind sie in der Region bei Hoffesten und Ausfahrten gern gesehene Gäste: die Oldtimer-Freunde Wistedt. Für die endete jetzt eine Ära, denn Gründungsmitglied Günter Sepp (73) legte nach mehr als 22 Jahren den Vorsitz nieder und in die Hände seines bisherigen Vizes Dieter Schultz.
Günter Sepp hatte die Oldtimer-Freunde im November 1995 gemeinsam mit Dieter Scholz sowie Herbert, Werner und Horst Theilemann in seiner Kellerbar gegründet. „Wen macht eine Mannschaft zum Kapitän? Einen, der im Training fleißig ist und im Spiel stark“, so die Worte, die die Oldtimer-Freunde an Günter Sepp richteten. Denn er sorgte dafür, dass der Verein nicht nur bestens ins Dorfleben integriert, sondern auch überregional gut angesehen ist.
Mit Tatkraft und Entschlossenheit führte der Wistedter die Oldtimer-Freunde an, organisierte alle zwei Jahre im Wechsel Ausfahrten und das beliebte Oldtimer- und Treckertreffen, das Hunderte Interessierte aus nah und fern anlockte. Höhepunkte bei den Ausfahrten waren 2007 die Teilnahme an der Traktor-WM am Großglockner und 2008 der Besuch des Dampfmaschinentreffens im englischen Dorset.
Stolz ist Günter Sepp auf seine eigenen „alten Schätzchen“, zwei Güldner-Trecker, Baujahre 1964 und 1968, und einen Deutz, Baujahr 1958.
Der 73-Jährige ist auch Gründungsmitglied des Stoppelfeldrennclubs und der Landjugend in Wistedt. Bekannt in der Region ist er aber vor allem wegen seiner zweiten großen Leidenschaft, der plattdeutschen Sprache.
Günter Sepp wuchs auf einem Bauernhof in Harsefeld (Landkreis Stade) und mit der plattdeutschen Sprache auf. Während der Schulzeit war die aber tabu. „Die Eltern hatten Angst, dass die Kinder Schwierigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik bekommen, wenn sie nur Platt sprechen“, erinnert sich Sepp. Als er 1969 heiratete und nach Wistedt zog, widmete er sich wieder verstärkt seiner „Muttersprache“.
So gehörte Sepp 2005 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „För Platt“. Er leitet mit großem Engagement die plattdeutsche Gruppe des Tostedter Heimatvereins, gibt Lehrgänge oder plattdeutschen Unterricht in Schulen und war vielfach Juror beim Landkreis-Wettbewerb „Schöler leest Platt“ für Acht- bis 18-Jährige. „Die plattdeutsche Sprache muss erhalten, weitergegeben und gepflegt werden“, sagt Günter Sepp zu seiner Motivation.
Bei Seniorennachmittagen und Veranstaltungen anderer Heimatvereine ist der Wistedter außerdem ein gern gesehener Vorleser.
Seine Oldtimer-Freunde wünschen ihm jedenfalls „immer eine handbreit Diesel im Tank und noch viele Kilometer auf dem Trecker“. Und auf seinem roten Güldner wird er sicher noch an vielen Ausfahrten teilnehmen.