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Tostedter Feuerwehr soll noch in diesem Jahr eine neue Drehleiter bekommen

Ordnungsamtsleiter Dieter Hellberg (li.) und Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam vor der Leih-Drehleiter
 
Die geliehene Drehleiter im Einsatz bei der kürzlich durchgeführten Feuerwehrübung
bim. Tostedt. Die Freiwillige Feuerwehr Tostedt soll noch in diesem Jahr eine neue Drehleiter bekommen. Wie berichtet, war der Zustand der jetzigen aus dem Jahr 1992 laut Gutachten bereits vor einem Jahr bedenklich, einige elektronische Verschleißteile werden nicht mehr hergestellt. Inzwischen kann die Drehleiter überhaupt nicht mehr eingesetzt werden, sodass die laut Feuerschutzkonzept eigentlich für 2016 vorgesehene Ersatzbeschaffung vorgezogen werden muss.
"Wir brauchen jetzt schnellstmöglich einen Ersatz", so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Drehleiter-Hersteller sollen nun um Angebote für Vorführ-Leitern gebeten werden. Rat und Verwaltung hatten zuvor schon auf Antrag von Gemeindebrandmeister Joachim Vobienke die Kosten von 650.000 Euro wegen des umfassenden Ausschreibungsverfahrens in den aktuellen Haushalt aufgenommen.
Die Sicherheit der Bürger war aber immer gewährleistet. Seit Anfang Juni ist eine geliehene Drehleiter einer Wartungsfirma aus Süddeutschland im Einsatz, die sich die Samtgemeinde rund 3.000 Euro im Monat kosten lässt und die bei den jüngsten Sturmeinsätzen wertvolle Dienste, u.a. bei der Sicherung von Baumkronen, geleistet hat.
Darum ist die Drehleiter so wichtig: Laut Paragraph 13 der Durchführungsverordnung der niedersächsischen Bauordnung kann bei Gebäuden, die eine gewisse Höhe überschreiten, auf einen zweiten Treppenaufgang als Fluchtweg verzichtet werden, wenn die Feuerwehr entsprechend ausgerüstet ist, sprich: über eine Drehleiter verfügt.
Allein in Tostedt - so hatte 2014 eine Erhebung der örtlichen Feuerwehr ergeben - wurde deswegen bei weit über 26 Wohnblocks auf einen zweiten baulichen Rettungsweg verzichtet. Das trifft u.a. auf die ab 1970 entstandene Krech-Siedlung mit ihren 22 Meter hohen Gebäuden zu.
So werden dem Bauträger Kosten gespart, Wohnraum kann günstiger angeboten werden. "Es gab damals den Trend, aus Hamburg ins Umland zu ziehen", so Dörsam. Die dort entstandenen Eigentumswohnungen waren daher gefragt.
"In Feuerwehrfachkreisen auf Bundesebene wird inzwischen diskutiert, ob es noch zeitgemäß ist, den zweiten Rettungsweg durch eine Drehleiter zu ersetzen", weiß Ordnungsamtsleiter Dieter Hellberg.
Die Drehleiter wird heute aber längst nicht mehr nur zur Brandbekämpfung und als zweiter Rettungsweg aus brennenden, hohen Gebäuden benötigt, sondern auch zur Patientenrettung, weil die Menschen heute älter und schwerer werden. "Häufig wird die Feuerwehr angefordert bei Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten, die waagerecht transportiert werden müssen. Die Treppenhäuser sind oft zu eng dafür, vor allem bei Menschen mit Übergewicht", so Hellberg.
"Als wir 1992 die neue Drehleiter mit 25 Metern Rettungshöhe und einem aufsetzbaren Korb bekamen, war diese auf dem neuesten Stand der Technik", erzählt Hellberg. Inzwischen reicht die Kapazität der 1992-er Drehleiter nicht mehr aus, weil diese nur eine Korblast von 180 Kilogramm hat. "Moderne Drehleitern haben eine Tragkraft von mindestens 400 kg. Da passen der Patient, ein Feuerwehrmann und ein Rettungssanitäter rein", erläutert Hellberg. Die "Neue" soll außerdem eine Steighöhe von 31 Metern haben.
In den zwölf Kommunen des Landkreises Harburg gibt es übrigens nur fünf Drehleitern - außer in Tostedt noch in Buchholz, Neu Wulmstorf, Seevetal und Winsen. "Wir brauchen sie vor Ort. Sie steht aber auch anderen Kommunen bei Einsätzen zur Verfügung. Daher wäre es gut, wenn der Landkreis sich wie bei den sechs Rüstwagen an den Kosten für die Drehleiter beteiligen würde", findet Dr. Peter Dörsam mit Blick auf die angespannte Haushaltslage in Tostedt.