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Tostedter Grundschüler schwingt ein Messer

"Ich bin nicht bedroht worden", sagt Schulleiterin Susanne Gras (Foto: oh)

Großvater ist besorgt: „Wie sollen wir unsere Kinder schützen?“

bim. Tostedt. Aufregung in der Tostedter Grundschule: Ein Viertklässler soll in der Pause im Streit erst einen anderen Schüler und später die einschreitende Schulleiterin Susanne Gras mit einem Messer bedroht haben. Die Kinder waren entsetzt. „Wie sind unsere Kinder und Enkel in der Schule vor solchen Übergriffen geschützt?“, fragt ein besorgter Großvater, der von seiner Enkelin von dem Vorfall erfuhr.
Schulleiterin Gras bestätigt, dass der Viertklässler ein Taschenmesser dabei hatte. Zumindest sie sei aber nicht von dem Jungen bedroht worden. „Niemand ist verletzt worden, die Aufsicht ist sofort eingeschritten“, erklärt sie. Der Junge habe sich das Messer ohne Probleme abnehmen lassen.
Einen solchen Vorfall habe es bisher nicht an der Grundschule gegeben. „Es ist schrecklich. Wir reagieren entsprechend darauf und überlegen nun, wie wir mit ihm umgehen“, so Susanne Gras. Entscheiden soll darüber eine Klassenkonferenz im Beisein des Viertklässlers mit seinen Eltern und den Lehrkräften, die den Jungen unterrichten. „Bei einem Zehnjährigen geht es nicht um Strafe. Vielmehr wollen wir die Ursachen für das Verhalten herausfinden und eine Änderung herbeiführen“, so Susanne Gras.
Alle Grundschul-Eltern hätten unterschrieben, dass die Kinder keine Waffen mit in die Schule bringen dürfen. Und generell werde darauf geachtet, dass dieses Verbot auch eingehalten werde. „Aber wir können nicht jeden Morgen über 300 Kinder durchsuchen“, sagt Susanne Gras.
Bei der Klärung des Vorfalls helfen werden auch Schulsozialarbeiter Jannik Golombek und Polizeikommissarin Katrin Ragge als Präventionsbeauftragte der Polizei. Beide hat die Schule umgehend eingeschaltet.
Dieser Vorfall zeige, sagen Pädagogen, dass die Fortführung der Schulsozialarbeit unerlässlich sei. Wie berichtet, ist deren Zukunft unsicher, weil Bund und Land die Anschlussfinanzierung der zuvor im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes des Bundes geförderten Stellen bisher nicht geregelt haben.
• Mit dem Thema „Sozialarbeiter an Schulen“ beschäftigt sich auch der Kreistag auf seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 8. Juli, ab 15 Uhr in der „Burg Seevetal“ in Hittfeld.