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Bauen ja, aber mit Konsens mit den Anwohnern / Planungsgesellschaft Nord macht große Zugeständnisse

So könnten die Gebäude aussehen, die die Planungsgemeinschaft Nord an der Straße Am Bahnhof bauen will (Foto: Planungsgemeinschaft Nord)
bim. Tostedt. Das ist wirkliches Entgegenkommen! Die Planungsgemeinschaft Nord (PGN), die das ehemalige Dörnbrack-Gelände in der Straße Am Bahnhof für die Bauherrengemeinschaft Tostedt GbR mit mehreren Mehrfamilienhäusern bebauen will, hat auf Wunsch der Anwohner nicht nur die zunächst über die Poststraße geplante Zufahrt komplett an die Straße Am Bahnhof verlegt, sondern verzichtet nun auch noch auf ein halbes Haus, um die Aussicht der Anlieger in der dahinter liegenden Morlaàsstraße nicht zu stark zu beschränken. Dafür gab's Applaus von den Anwohnern und das einstimmige Votum des Planungs- und Umweltausschusses, die Änderung des Bebauungsplanes "Karlstraße" durchzuführen.
Die politischen Gremien der Gemeinde Tostedt hatten bereits 2013 den Grundsatzbeschluss gefasst, auf dem bisher ausschließlich für gewerbliche Nutzung zulässigen Areal Wohnbebauung durch eine Änderung des Bebauungsplanes "Karlstraße" zu ermöglichen.
Seit Ende 2015 ist die Bauherrengemeinschaft Eigentümer des Dörnbrack-Geländes, dessen Gebäude im April abgerissen wurden. Im Juli hatte die Bauherrengemeinschaft einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes gestellt.
Die Planungen für die Wohnbebauung stellten jetzt die PGN-Geschäftsführer, Diplom-Architekt Norbert Behrens, der gleichzeitig Mit-Gesellschafter der Bauherrengemeinschaft ist, und Stadtplaner Matthias Diercks, vor.
Demnach ist zur Straße Am Bahnhof ein dreieinhalbgeschossiger Gebäuderiegel geplant, der gleichzeitig als Schallschutz zu der dahinter liegenden Bebauung dient. Die Gebäude im inneren Bereich des neuen Baugebietes sollen zweigeschossig werden. Dabei handele es sich um barrierefreie, auch für Senioren geeignete Wohnungen. Ein Teil der Wohnungen solle im Rahmen der sozialen Wohnbauförderung zu günstigen Preisen vermietet werden, so Behrens.
Der Privatweg zwischen dem neuen Baugebiet und der Morlaàsstraße zur Poststraße hin soll privater Fuß- und Radweg werden. Weiterhin ist ein fünf Meter breiter Pflanzstreifen und der Erhalt mehrerer Einzelbäume vorgesehen. An der östlichen und westlichen Grenze soll es einen zwei Meter hohen Sichtschutz geben.
Da das fünfte Gebäude, das der Morlaàsstraße am nächsten liegen sollte, sowohl von den Anwohnern als auch von einigen Ausschussmitgliedern kritisch gesehen wurde, lenkten die PGN-Vertreter ein. "Natürlich wollen wir unser Geschäft machen, aber möglichst im Konsens mit Ihnen", sagte Norbert Behrens. Daher soll dieses Gebäude nun um die Hälfte verkleinert und an ein anderes Baufeld herangezogen werden, sodass statt 102 noch 97 Wohnungen entstehen.
Die notwendigen Parkplätze - 1,5 pro Wohneinheit - sollen auf dem Gelände angeordnet werden. Da viele Pendler - auch aus den Nachbarlandkreisen - den Tostedter Bahnhof als letzten HVV-Punkt nutzen und trotz der 700 kostenfreien P+R-Plätze noch wild in den Anliegerstraßen parken, sollen bei dem neuen Baugebiet Vorkehrungen getroffen werden, damit nur die Mieter die Parkplätze nutzen können.