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Ist der Grundschul-Anbau in Todtglüsingen letztlich günstiger als ein Neubau?

Architekt Martin Menzel
bim. Tostedt. Erneut befassen sich derzeit die politischen Gremien der Samtgemeinde Tostedt mit der Erweiterung der Grundschule Todtglüsingen. Ob die Samtgemeinde aber bei dem großen rückwärtigen Anbau viel günstiger wegkommt als bei einem Neubau ist fraglich. Zumindest das von Architekt Martin Menzel und seiner Kollegin Katrin Sause vorgestellte Raumkonzept wurde vom Schulausschuss wohlwollend zur Kenntnis genommen.
In Abstimmung mit der Schule habe das Architekturbüro die Innenausstattung wunschgemäß hin- und hergeschoben, berichtete Martin Menzel. Neben einer vergrößerten Aula entstehen im Erdgeschoss u.a. eine Mensa mit 60 Plätzen und zwei neue Klassenräume, im Obergeschoss u.a. vier Klassenräume mit Gruppenräumen, (Computer-)Bücherei und Musikraum.
Elternschaft und Kollegium der Grundschule Todtglüsingen befinden sich seit Jahren in einem Wechselbad der Gefühle. Seit vielen Jahren platzt die Bildungseinrichtung buchstäblich "aus den Nähten" und wird aktuellen Anforderungen nur schwer gerecht. Zum Beispiel fehlt Platz für Inklusion - also für Unterricht mit Schülern mit Lernbehinderungen.
Die Politik befasste sich mit ersten Erweiterungsplänen vor mehr als drei Jahren. Damals sollte für rund 1,4 Millionen Euro ein Teil des bestehenden Schulgebäudes auf Sportplatzseite aufgestockt und auf der gegenüberliegenden Seite eine Mensa angebaut werden. Auch die dringend notwendige Erneuerung der Heizungsanlage war damals bereits Thema. Im vergangenen Dezember fiel die Heizung dann mehrere Tage aus (das WOCHENBLATT berichtete). Der Schaden wurde behoben, die Erneuerung der Anlage auf die ohnehin anstehenden Baumaßnahmen verschoben - die sich wegen der nötigen EU-weiten Ausschreibung und dem Einspruch eines Architekturbüros im Bieterverfahren nochmal verzögerte.
Ein zwischenzeitlich in Aussicht gestellter Schul-Neubau für 4,2 Millionen Euro wurde im vergangenen Dezember aus Kostengründen vom Rat mit 18 zu 14 Stimmen wieder verworfen und stattdessen der große rückwärtige Anbau ins Auge gefasst.
Der dafür genannte Kostenrahmen liegt aber auch schon zwischen 3,15 bis über 4 Millionen Euro. Davon sind allein für die Sanierung der Ursprungsschule von 1957 sowie der Anbauten aus den Jahren 1990, 1992 und 2001 über eine Million Euro veranschlagt. Allerdings ist noch unklar, was außer Fenstern und Heizung alles zu sanieren ist.
Eine komplette Berechnung der reinen Anbaukosten liege Mitte Dezember vor, so Architekt Menzel. Wenn alles glatt läuft, könnten die Bauarbeiten in zwei Abschnitten im nächsten Sommer beginnen und dann zwei Jahre dauern. Die ausgelagerten Klassen werden in dieser Zeit in Containern unterrichtet.