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Verkehrsaufkommen an Weidenstraße und Ahornallee in Kakenstorf verdoppelt sich

Verkehrsplaner Dietrich Stempel (am Projektor) stellte das Verkehrsgutachten vor
 
Auf der rot markierten Fläche könnte das Baugebiet "Östliche Weidenstraße" entstehen (Foto: www.mapz.com / Repro: MSR)
bim. Kakenstorf. Das in Kakenstorf zwischen Weidenstraße und Ahornallee auf rund vier Hektar geplante Neubaugebiet "Östliche Weidenstraße" sorgt bei vielen Anliegern dort für Unmut. Daran konnten auch die Aussagen von Verkehrsplaner Dietrich Stempel in der jetzigen Bauausschuss-Sitzung der Gemeinde, dass die Verkehrsqualität gut sei und auch bleibe, nichts ändern, denn: Der Verkehr wird sich durch das Neubaugebiet verdoppeln.
Wie berichtet, könnten in dem Gebiet 48 Einzel- und Doppelhäuser sowie vier Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten entstehen. Das Baugebiet möchte die Sparkassentochter idb-Grundstückserschließungsgesellschaft entwickeln.
Für sein Gutachten hatte Dietrich Stempel den Verkehr an der Einmündung Ahornallee/Weidenstraße zwischen 7.30 und 8.30 Uhr sowie um 16.30 und 17.30 Uhr gezählt. Demnach fahren 30 Prozent der Pendler von oder Richtung Trelde/Hamburg, 30 Prozent Richtung Sprötze/Buchholz und 40 Prozent Richtung Kakenstorf/Tostedt. Die Frequenz liege bei unter einem Kfz pro Minute.
Das geplante Wohngebiet - mit zugrunde gelegten 70 Wohneinheiten mit ca. 210 Bewohnern - erzeuge ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von durchschnittlich 415 Kfz-Fahrten pro Tag und damit fast so viele wie der bisherige Verkehr dort. Erst ab 300 Wohneinheiten bei 1.000 Bewohnern würde der Verkehr für die Kapazitäten der Anbindungsknoten problematich, so Stempel.
Eine Engstelle gebe es an der Ahornallee am Ortsausgang. In dem Bereich ist bisher die Zufahrt zum neuen Baugebiet vorgesehen. Für eine Erschließung müsse eine Fahrbahnbreite von mindestens 4,5 Metern sichergestellt und dazu die Fahrbahn auf einer Länge von rund 250 Meter von vier bzw. drei Meter bis zum Ortsausgangsschild verbreitert werden.
Eine zweite Zufahrt über die Weidenstraße sei verkehrlich gesehen nicht notwendig, so Stempel.
Bürgermeister Heiko Knüppel (CDU) betonte, dass keine 70 Wohneinheiten geplant seien. Die tatsächliche Anzahl werde sich im Bebauungsplanverfahren ergeben, voraussichtlich würden es 48 Wohneinheiten. "Über die Zufahrt an der Weidenstraße wird noch verhandelt. Wir würden sie gerne realisieren", so Knüppel (CDU) zu einer zweiten Erschließungsstraße.
Die morgendliche Zählung sei zu spät erfolgt und spiegele somit nicht die Realität wider, kritisierten die Anlieger, denn der Hauptberufsverkehr fahre bereits ab 6 Uhr durch das Gebiet, u.a. auch in oder aus Richtung des Gewerbegebietes in der Eichenhöhe. Michael Rapp (WGK) hatte mit derzeitigem und zu erwartendem Verkehr insgesamt 752 Fahrten pro Tag errechnet und kam damit im Schnitt auf 63 Fahrzeuge pro Stunde zwischen 6 und 18 Uhr.
Auch stellte ein Anwohner die Frage, ob die geplante Verkehrsberuhigung durch Einengungen auf der Weidenstraße und einer leichten Verschwenkung der Ahornallee, die während der derzeitigen Straßensanierung für rund eine halbe Million Euro bis Oktober vorgenommen werden, dann noch Sinn machen.
Letztlich müssten Details im Bebauungsplanverfahren geklärt werden, im Rahmen dessen auch die Öffentlichkeit beteiligt werde, hieß es. Zudem solle es noch eine Bürgerversammlung geben, so der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Hinrichs (SPD). Für die Gemeinde sei das Vorhaben ein "Rundum-sorglos-Paket", so Heiko Knüppel. Denn alle Kosten, auch die für sämtliche Gutachten, würden von der idb als Investor getragen, egal ob das Baugebiet letztlich realisiert werde oder nicht.
• Der nächste Verfahrensschritt ist die frühzeitige Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit, die noch in diesem Jahr erfolgen soll. Parallel dazu könne das Flächennutzungsplanänderungsverfahren erfolgen. Der entsprechende Antrag werde derzeit vorbereitet, so Bürgermeister Knüppel.