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Asylanten in Apensen: Jetzt melden sich die Nachbarn zu Wort

Britta Schade und Sven Müller auf dem Grundstück von Familie Müller. In das Nachbarhaus im Hintergrund sollen in Kürze 15 fremde Männer einziehen
Apensen: Asylantenhaus | Die Samtgemeinde Apensen hat ein Einfamilienhaus in Apensen an der Buxtehuder Straße ersteigert, um dort weitere 15 männliche Asylbewerber unterzubringen (das WOCHENBLATT berichtete). Im Nachbarhaus leben bereits seit zehn Jahren etwa 15 männliche Flüchlinge.
Das wird den Anwohnern jetzt zu viel. Acht Familien haben gemeinsam einen Brief formuliert und an die Samtgemeinde geschickt, in dem sie ihren Protest zum Ausdruck bringen. Doch fühlen sie sich mit ihren Bedenken von Politik und Verwaltung nicht ernst genommen. "Es wird so getan, als hätten wir etwas gegen Ausländer und würden glauben, dass von ihnen eine besondere Gefahr ausginge", erklärt Sven Müller, einer der Verfasser des Briefes. "Es geht uns aber nicht darum, dass hier Ausländer wohnen sollen. Gegen eine Familie oder Frauen mit Kindern hätten wir nichts einzuwenden." Mit den bisherigen Flüchtlingen hätten die Nachbarn bis auf eine Ausnahme gute Erfahrungen gemacht. "Aber hier sollen jetzt in Kürze 30 fremde Männer auf engem Raum leben", sagt Müller, dessen Haus direkt an das geplante Asylantenhaus grenzt. Aus den Fenstern kann man den Garten der Familie Müller komplett überblicken. "Meine Familie fühlt sich nicht wohl, wenn uns eine Gruppe unbekannter Männer beobachtet", so Müller. Das bestätigt auch Nachbarin Britta Schade, deren Garten an eines der beiden Grundstücke der Samtgemeinde grenzt. "Weder ich noch meine Tochter mögen noch im Bikini in den Garten gehen."
Die Möglichkeit, sich wie bei einer Nachbarschaft zwischen zwei Familien näher kennenzulernen und Vertrauen zu fassen, sei hier nicht gegeben. "Die Asylbewerber bleiben oft nur kurze Zeit, wechseln also ständig und sprechen darüber hinaus meist kein Deutsch", erklärt Müller. "Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, wir haben es auf engem Raum immer wieder mit neuen Leuten zu tun, mit denen wir uns nicht verständigen können."
Richtig sauer ist Sven Müller darüber, dass sich die Politiker nicht im Vorfeld über die räumlichen Begebenheiten informiert haben und sich auch nicht mit den Argumenten der Nachbarn auseinander gesetzt haben. "Wir haben das Gefühl, dass alles nur schön geredet wird", sagt Müller.