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Hinschmeißen als letztes Mittel? Im Apenser Samtgemeinderat haben acht Politiker ihr Mandat niedergelegt

Wer nimmt einen der freien Sitze in den Räten der Samtgemeinde Apensen ein? (Foto: MSR)
Wenn die Politiker weiterhin so eifrig wie bisher ihre Ämter hinschmeißen, steht die Demokratie in der Samtgemeinde Apensen auf wackeligen Beinen. Sicher ist, dass für die Kommunalwahl im September 2016 dringend Kandidaten gesucht werden. Während die Samtgemeinde zwar noch Nachrücker findet, bleiben Sitze in den Apenser und Beckdorfer Räten bereits unbesetzt, wenn Politiker ausscheiden.
Und davon gibt es in dieser Legislaturperiode eine Menge. Von 22 Mandatsträgern im Apenser Samtgemeinderat haben mittlerweile acht das Handtuch geworfen. Außer Stefan Reigber, der für die CDU im Rat saß, ist aktuell auch Jutta Holst (SPD) zurückgetreten. Davor hatten sich bereits Jürgen Prochnow (SPD), Roland Denin (Grüne), Markus Löhden (CDU), Volker Gollnick (für die CDU im Rat), Hans-Heinrich Twiefel (SPD) und Uwe Hegerfeld (CDU) vorzeitig aus dem Rat verabschiedet. Einige von ihnen engagieren sich zwar noch in ihren Gemeinderäten in Beckdorf und Apensen. Aber auch dort wird eifrig "Bäumchen wechsel dich" gespielt. Nur in der Mitgliedsgemeinde Sauensiek ist alles ruhig.
Umzüge, berufliche Veränderungen, gesundheitliche Probleme, Frust und Kritik an der Verwaltung geben die Politiker an, wenn sie von ihren Ämtern zurücktreten. "Die Schmerzgrenze ist erreicht", hatte Hans-Heinrich Twiefel im vergangenen Jahr beim Streit um die Feuerwehrgerätehäuser seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern erklärt. "Ich habe kein Vertrauen mehr zur Verwaltungsspitze." Übrigens: In der gleichen Legislaturperiode hat auch Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann nach langem Kampf um die neuen Feuerwehrgerätehäuser sein Ehrenamt aufgegeben. Für ihn wurde bis heute kein Nachfolger gefunden.
Ist das Hinschmeißen eine Protestaktion der Politiker? So will es Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Sommer nicht sehen. Zwei Politiker seien weggezogen, dafür könne niemand etwas. Außerdem führt er die hohe Fluktuation unter den Politikern auch auf die hohe Arbeitsbelastung in dieser Legislaturperiode zurück. Allein zu rund 40 Sitzungen im Jahr lädt die Samtgemeinde ein. Dazu kommen zehn bis 20 Sitzungen pro Gemeinde. "Das geht schon zur Sache", so Peter Sommer.