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IGS: Wohin geht die Reise?

Die IGS im Schulzentrum am Buenser Weg soll sich nach dem Willen von Schulleiter Holger Blenck stärker an Gymnasien orientieren
os. Buchholz. Sie war vor zweieinhalb Jahren der Eisbrecher als erste Gesamtschule im Landkreis Harburg. Jetzt ist die IGS Buchholz in schweres Fahrwasser geraten: Es gibt Streit über die zukünftige Ausrichtung der Schule. Nicht alle Eltern und Lehrer gehen den Weg von Schulleiter Holger Blenck mit, sich stärker an den Gymnasien zu orientieren. Gerade Eltern leistungsschwächerer Schüler fürchten, dass ihre Kinder überfordert werden könnten. „Aus der IGS droht eine Elite-Schule zu werden. Das widerspricht dem Programm, mit dem die Schule vor zwei Jahren angetreten ist“, kritisiert der Vater eines Siebtklässlers. Schüler mit Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulempfehlung in einem Klassenverband unterrichten und sie bei Klassenarbeiten das Niveau selbst bestimmen zu lassen - so ist das Idealbild der IGS. Der Vorwurf der Eltern: Tatsächlich werde in vielen Klassen nur noch frontal statt im Verband unterrichtet, bei Arbeiten bestimmten die Lehrer über das Niveau.
Schulleiter Blenck räumt ein, dass es Probleme gibt. „Vielleicht haben wir die Eltern zu wenig informiert“, sagt er. Die stärkere Orientierung an Gymnasien sei der richtige Weg, auch wenn ihn nicht alle Lehrer mitgehen. „Wir haben an unserer Schule einen hohen Leistungsanspruch. Wenn wir die Qualität unserer Schule halten wollen, müssen wir uns zwangsläufig an den Gymnasien orientieren“, erklärt Blenck. Er verweist auf den Wissenschaftler Rolf Werning: Der Professor aus Hannover sieht die Notwendigkeit einer ausreichenden Zahl von leistungsstarken Schülern, um Erfolg in heterogenen Lerngruppen zu haben. Dem trage die IGS mit einem Anteil von Schülern mit Gymnasialempfehlung von rd. 50 Prozent Rechnung, sagt Holger Blenck.
Dass im Unterricht mehr frontal unterrichtet wird, sei Ergebnis der Studien von John Hattie. Der neuseeländische Professor gilt als Papst der Pädagogik. Unterricht müsse klare Strukturen vorgeben, rät Hattie. Dagegen spielten weder die finanzielle Ausstattung einer Schule noch kleine Klassen eine tragende Rolle für den Lernerfolg.
Ob die Eltern der Hinweis auf die Wissenschaft beruhigt? Am Freitag wollten Eltern einer siebten Klasse über die aktuelle Situation an der Schule diskutieren.
Mal sehen, ob die IGS dann wieder ruhiges Gewässer erreicht.