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Als Physiotherapeutin in den USA: "Das Lächeln der Kinder spornt mich an"

Daniela Feick ist in den USA schon viel gereist - auch die Niagara-Fälle hat sie besucht Foto: privat (Foto: Feick)
Die Buxtehuder Physiotherapeutin Daniela Feick arbeitet zwei Jahre in den USA

tk. Buxtehude. "Diesen Schritt habe ich nicht bereut", sagt Daniela Feick. Vor etwas mehr als einem Jahr, nachdem die Buxtehuderin ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin beendet hatte, packte sie ihre Koffer. Sie wollte "etwas anderes sehen" und die USA hatten sie schon immer interessiert. Die Lust auf Neues hat sie nach Seattle im Bundesstaat Washington geführt. "Kein Tag gleicht dem anderen", sagt Daniela Feick.

Was sie damals motiviert hat, über den großen Teich zu fliegen, war auch die Neugierde auf ein völlig anderes Gesundheitssystem. Die Unterschiede seien gravierend, berichtet sie: Obwohl sie ausgebildete Physiotherapeutin ist, kann Daniela Feick - aufgrund eines gänzlich anderen Ausbildungssystems in den USA - nicht in einer Praxis als Vollprofi arbeiten. Das stört sie allerdings überhaupt nicht. Sie arbeitet mit Kindern, die Förderbedarf haben. Als Co-Therapeutin hilft sie ihnen im Alltag. Sowohl im Zuhause der Kinder als auch außerhalb. "Ganz anders als in einer deutschen Physiotherapiepraxis", sagt Daniela Feick. Wenn die notwendige Ausstattung fehle oder die Eltern der jungen Patienten es sich nicht leisten können, "muss man kreativ sein", sagt die Physiotherapeutin. "Das Lächeln der Kinder, wenn es vorangeht, spornt mich an, noch härter zu arbeiten", sagt sie.

Natürlich ist die Buxtehuderin nicht nur in die USA gegangen, um neue und andere Erfahrungen im Job zu machen. Am Wochenende wandert sie gerne in den Nationalparks in der Umgebung von Seattle und spielt Fußball. "Auch das ist völlig anders", erzählt sie. Die Liga besteht aus gemischten Mannschaften. Bei jedem Spiel müssen auf beiden Seiten genauso viele Männer wie Frauen dabei sein. "Das Konzept kannte ich nicht, aber es macht Spaß."

Was für Daniela Feick noch immer erstaunlich ist: Die USA sind eine Autofahrernation. Der nächste Supermarkt sei nur fünf Minuten Fußweg entfernt. Doch jeder fahre dort mit dem Auto hin. "Wenn ich zu Fuß gehe, werde ich komisch angeguckt." Benzin sei aber auch sehr billig. Genauso wie Kleidung, auch Markenklamotten. Die normalen Lebenshaltungskosten seien dagegen sehr viel höher als in Deutschland.

Anfang des nächsten Jahres wird Daniela Feick nach Buxtehude zurückkommen. Würde sie dauerhaft als Physiotherapeutin in den USA arbeiten wollten, müsste sie trotz ihrer Ausbildung noch ein komplettes Studium - wenn auch verkürzt - absolvieren. "Das ist zur Zeit aber nicht mein Plan", sagt sie.

Schon jetzt weiß sie, was die größte Umstellung sein wird, wenn sie von der Großstadt Seattle ins beschauliche Buxtehude zurückkehrt: "Die Läden haben hier 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche auf." In Buxtehude wird sie mit ihrem neuen Einkaufsverhalten vermutlich öfter vor verschlossenen Ladentüren stehen.

Bis es soweit ist, hat Daniela Feick aber noch viel vor. Bisher hat sie acht Bundesstaaten und Kanada besucht. Weitere Orte werden folgen.