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Buxtehude: "Diese Wohnung ist für mich tödlich"

"Einfach nur eine trockene, warme Wohnung": Irene Pagels mit Kater Max

Krebskranke Buxtehuderin verzweifelt: "Ich brauche dringend eine neue Bleibe"

ab. Buxtehude. ab. Buxtehude. Ein liebevoll eingerichtetes gemütliches Schmuckkästchen hat Irene Pagels aus ihrer 50-Quadratmater-Altbauwohnung in Buxtehude gemacht - bleiben kann sie dort aber nicht: Die 68-jährige Rentnerin ist schwer krank, hat Lungen- und Kehlkopfkrebs, und die Wohnung ist feucht, inzwischen sogar schimmelig. Irene Pagels: „Diese Wohnung ist für mich tödlich.“ Sie sucht eine neue Bleibe.

Als sie vor ein paar Jahren einzog, dachte Irene Pagels, diese Wohnung würde ihre „letzte Bleibe“ sein. Auf eigene Kosten ließ die gelernte Zahnarzthelferin Bad und Küche fliesen. Doch dann kam der Schimmel, der - außer im Schlafzimmer - mittlerweile in der gesamten Wohnung zu finden ist.

Schimmel ist Gift für die schwerkranke Frau, die trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht den Lebensmut verliert. „Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, sage ich: gut“, erzählt sie lächelnd. Doch aus der feuchten, kalten Wohnung muss sie dringend ausziehen und die Suche nach einer neuen lässt sie verzweifeln.

Vor elf Jahren begann der gesundheitliche Leidensweg von Irene Pagels. Wegen starker Schluckbeschwerden ging sie damals zum Arzt. Diagnose: Kehlkopfkrebs. Kurz darauf wurde auch noch Lungenkrebs festgestellt. Es folgten fünf Operationen, dazu Bestrahlungen, Chemotherapie. Bald ereilte sie der nächste Tiefschlag: „Zwei leichte Schlaganfälle hatte ich danach. Beim letzten bin ich einfach in meiner Küche umgekippt und habe mir den Fuß angebrochen“, berichtet die Rentnerin, deren Stimme aufgrund der durch die Bestrahlungen vernarbten Speiseröhre rau und heiser klingt.

Trotz ihres schweren körperlichen Leidens bleibt die gebürtige Hamburgerin optimistisch: „Ich lebe eben von einem Tag zum nächsten, ich weiß ja nie, was passiert.“ Die Wohnung teilt sich die Tierliebhaberin mit ihrem 14-jährigen Kater Max. „45 Jahre lang hatte ich immer Hunde, doch gesundheitlich geht das nicht mehr.“ Die regelmäßigen Spaziergänge würden ihr körperlich keine Probleme bereiten, sie fehlten ihr sogar, sagt sie. Sorge bereite ihr jedoch ihr unberechenbarer Gesundheitszustand, der sich in der Wohnung stetig verschlechtere.
Seit mehr als zwei Jahren versucht Irene Pagels nun schon eine neue Wohnung zu finden. „Ich will keinen Luxus“, so die Rentnerin, „nur eine trockene, warme Bleibe.“ Einen Wohnberechtigungsschein habe sie bereits. Dazu beziehe sie neben ihrer kleinen Rente Wohngeld, stellt aber fest: „Mehr als 530 Euro warm kann ich nicht zahlen.“

Ihre Heizkosten sind inzwischen auf 120 Euro pro Monat angestiegen, richtig warm wird es dennoch nicht. Trotz ihrer Lage scherzt Irene Pagels: „Wenn es draußen minus zehn Grad werden, sitze ich wahrscheinlich mit Eiszapfen an der Nase in meinem Wohnzimmer.“

• Wer Irene Pagels helfen kann und ihr eine Wohnung anbieten möchte, erreicht sie unter Tel. 04161 - 7539823.