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Buxtehude: "Ich bin für jeden da, der mich braucht"

Sie sieht der neuen Herausforderung in der St. Paulus-Gemeinde mit Spannung und Freude entgegen: die frisch gebackene Kirchenvorsteherin Betty Grunwald
Bettina Grunwald (22) wurde in der St. Paulus-Gemeinde in den Kirchenvorstand berufen

ab. Buxtehude.
In den Kirchenvorstand mit 22 Jahren? Für die Buxtehuderin Bettina "Betty" Grunwald eine schöne Herausforderung. Jüngst wurde sie als eine von zwölf Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern in der Buxtehuder St. Paulus-Gemeinde ihr neues Amt eingeführt - und dürfte damit zu den jüngsten im gesamten Landkreis Stade gehören.

Dass sie in diesem Alter das Amt angenommen habe, freue besonders die Älteren, die jetzt ein sehr junges Mitglied in ihrer Runde begrüßen dürfen, erzählt Betty Grunwald. Doch was bewegt eine 22-Jährige dazu, sich sechs Jahre lang für dieses Ehrenamt zu verpflichten? "Ich engagiere mich schon seit acht Jahren in der Gemeinde. Als ich gefragt wurde, ob das Amt etwas für mich wäre, habe ich zugestimmt", sagt sie.

In der St. Paulus-Gemeinde habe sie sich immer sehr wohl gefühlt. "Wenn mich jemand fragt, ob ich Zeit habe, und es mein Dienstplan zulässt, helfe ich gerne." Jeder habe für jeden ein offenes Ohr, auch Hauptberufliche wie beispielsweise die Pastoren sprechen Betty Grunwald an, wenn sie ihren Rat brauchen. Außerdem sei diese Gemeinde besonders offen und tolerant, meint die 22-Jährige, die allein durch ihre Optik das klassische Bild einer Kirchenvorsteherin sprengt. "Dass jeder so akzeptiert wird, wie er ist, finde ich klasse. Man erfährt hier sehr viel Wertschätzung und die Menschen freuen sich, dass man da ist."

Nach ihrer Konfirmation sei sie in der Gemeinde "hängen geblieben". Der damalige Küster hatte gefragt, ob sie sich nicht weiter in der Kirche engagieren wolle. Betty Grunwald begleitet seitdem Konfirmationsfreizeiten, leitet Jugendgruppen, unterstützt den Küster oder ist einmal im Monat Verantwortliche im "Paulz Café", dem angegliederten Kirchencafé.
Was der gelernten Schlosserin und hauptberuflichen Anlagenwartin an ihrer Arbeit in der Kirche besonders wichtig sei, sei vor allem der Kontakt mit den Jugendlichen und für diese da zu sein. "Viele Konfirmanden befinden sich in der Findungsphase, haben Sorgen und Probleme mit der Schule oder mit den Eltern. Ich finde es gut, ihnen 'eine Schulter und ein offenes Ohr, anbieten zu können", so die Kirchenvorsteherin.

Besonders auf Freizeiten bemühten sich die Teamer um Toleranz und Offenheit unter den Jugendlichen. "Denn wir möchten als Christen zusammenleben und nicht hintenrum übereinander reden."

Als nächstes steht für Betty Grunwald die Klausurtagung Mitte August an. Sie freue sich über die neue Herausforderung, sagt sie. Allein die großen Altersunterschiede im Kirchenvorstand fände sie sehr interessant. Grunwald: "Wir sind eine bunte Mischung zwischen 22 bis über 70 Jahre. Das wird garantiert eine spannende Zeit."