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Handball-Legenden in Fredenbeck: Jonny und Kretzsche

Die WM 93 in Schweden war einer der Karriere-Höhepunkt von Jean Baruth: Mit der BRD belegte er einen guten sechsten Platz. Die Stimmung in der Kabine scheint prima gewesen zu sein Fotos: privat/bc
 
"Kretzsche" (li.) wird in Fredenbeck mit dabei sein
Vor Legenden-Spiel: Die besondere Beziehung zwischen VfL-Star Jonny Baruth und Stefan Kretzschmar

bc. Fredenbeck. Wenn am Samstag, 23. Juni, zahlreiche deutsche Handball-Legenden in der Fredenbecker Geestlandhalle auflaufen, wird Jean "Jonny" Baruth zwangsläufig an die dunkelste Stunde seiner Karriere erinnert. Fast 25 Jahre liegt der Moment zurück, als ein gewisser Stefan Kretzschmar den Vorzug vor ihm in der Nationalmannschaft erhielt. "Das war damals für mich ein Weltuntergang. Ich wollte unbedingt zu Olympia", erinnert sich Baruth, der im Trikot des VfL Fredenbeck einst zu den besten Linksaußen Europas zählte.
Heute rauben ihm die Erinnerungen an das Aus längst keinen Schlaf mehr, vielmehr scherzen die beiden über die Geschehnisse im Jahr 1994, als Bundestrainer Arno Ehret Baruth abservierte und den fünf Jahre jüngeren Kretzschmar zur Nummer eins auf der linken Außenbahn machte. Aus heutiger Sicht eine vertretbare Entscheidung Ehrets, wirft man einen Blick auf die dann folgende Karriere "Kretzsches", den nach wie vor bekanntesten deutschen Handballer.
In zwei Wochen am 23. Juni haben Jonny Baruth und Stefan Kretzschmar, deren aktive Handball-Laufbahnen lange zurückliegen, nun viel Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen. Die Handball-Allstars - eine Truppe ehemaliger deutscher Nationalspieler wie Christian Schwarzer, Pascal Hens, Florian Kehrmann, Michael Krieter oder eben "Kretzsche" - treffen auf eine Auswahl früherer Bundesliga-Spieler des VfL Fredenbeck.
Baruth hatte die Idee für die Spaß-Partie, die Einnahmen bzw. die Antrittsprämie der Legenden kommen einem guten Zweck zugute. Besser gesagt gleich mehreren: Das Geld geht zum einen an die Familie des schwerbehinderten kleinen Moritz aus Drochtersen sowie an den Joachim-Deckarm-Fonds und an das Projekt "Herzbrücke" der Albertinen-Stiftung.
Jonny Baruth ist der gute Zweck wichtig, viel mehr als letztlich die Qualität des Handballspiels. In zwei Wochen geht es in erster Linie um Spaß, auch wenn der Ehrgeiz bei manchem Ex-Profi hier und da durchschimmern wird. "Wahrscheinlich werde ich sogar zur Halbzeit das Team wechseln", so der 50-jährige. So kann er auch mal wieder mit seinen alten Fredenbecker Kumpels zusammenspielen. Angekündigt haben sich z.B. Wiegand Liesegang und Maik Hagemann.
Fredenbeck ist längst Jonny Baruths neue Heimat geworden. Hier hat er gebaut, eine Familie gegründet. Bei der Kreissparkasse in Stade arbeitet er als Immobilienmakler. In seiner Freizeit krempelt er dann die Ärmel seines Hemds hoch, um auf der Bühne zu rocken. Dann blitzen seine Tattoo verzierten Arme hervor. Baruth ist Sänger der Cover-Band Mammut.
Den Tattoo-Spleen hat er mit dem Handball-Punk "Kretzsche" gemeinsam, ansonsten ist Baruth dem Handballsport kaum noch verbunden geblieben. Im Gegensatz zu seinem früheren "Widersacher", der als TV-Kommentator für Sky das Werbegesicht des deutschen Handballs schlechthin ist, hat sich Baruth nach seinem Karriereende in Bremervörde anderen Aufgaben gewidmet.
Es sei denn die Legenden rufen. Bis zu acht Mal im Jahr wird die Spaßtruppe gebucht. Warum immer woanders spielen, warum nicht mal in der guten alten Geestlandhalle, hat sich Jonny Baruth gedacht und die Allstars nach Fredenbeck gelotst.
Noch gibt es Karten bei der Kreissparkasse in Stade (Große Schmiedestraße) und in Fredenbeck sowie bei EDEKA Euhus in Fredenbeck. Die Partie beginnt um 15 Uhr. Im Anschluss sind alle Fans zur After-Game-Party in die Niedersachsenschänke eingeladen. Inklusive Public Viewing des Fußball-WM-Spiels Deutschland gegen Schweden. Jonny Baruth wird mit seiner Band Mammut für Stimmung sorgen.

Aus Berlin auf die Stader Geest

Kurz nach der Einheit 1991 wechselte der gebürtige Schweriner Jean Baruth von Dynamo Berlin - wo auch Stefan Kretzschmars Karriere begann - bzw. dem Dynamo-Nachfolger-Verein Preußen Berlin zum damaligen Erstligisten VfL Fredenbeck. Bis 1998 blieb er beim VfL. 52 Nationalspiele machte Baruth für die DDR und die BRD, warf dabei 111 Tore.