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"Ohne Auto unendlich frei"

Ein Tandem besitzt Katrin Ringleben-Fricke auch: „Damit habe ich früher meine Kinder abgeholt oder Gastkinder zurück nach Hause gebracht“

Buxtehuder Familie lebt seit 16 Jahren autolos / Sperrmüll wird per Anhänger weggebracht

ab. Buxtehude. Mit dem Frühling kommt das schöne Wetter und die Zahl der Fahrradfahrer nimmt zu. Eine Buxtehuder Familie, die der Umwelt zuliebe seit 16 Jahren auf ein eigenes Auto verzichtet und nahezu alle Wege per Fahrrad zurücklegt, sind das Ehepaar Katrin und Thomas Ringleben-Fricke und die Töchter Ronja (18) und Lotta (16). „Es ist einfach traumhaft, in einer sternenklaren Nacht auf dem Fahrrad nach Hause zu radeln“, sagt Katrin Ringleben-Fricke. „Ich fühle mich ohne Auto unendlich frei, muss keinen Parkplatz suchen, nicht tanken und keine teuren Reparaturen bezahlen“, schwärmt sie. Außerdem bewege sich die Familie viel und sei ständig an der frischen Luft.

Bereits mit der Geburt der ersten Tochter hatten die Ringleben-Frickes ihr Auto für ein Jahr stillgelegt: Schon damals benutzte Thomas Ringleben-Fricke für seinen Weg zur Arbeit öffentliche Verkehrsmittel. Katrin Ringleben-Fricke, die beruflich im Außendienst unterwegs und auf das Auto angewiesen war, zog sich mit der Geburt der zweiten Tochter aus dem Berufsleben zurück. „Dadurch hatten wir die Möglichkeit, ganz auf das Auto zu verzichten“, sagt sie.

Sie versuche immer die positiven Seiten zu sehen, so Ringleben-Fricke, denn natürlich gebe es auch Negatives: „Wenn die Bahn streikt oder das Fahrrad einen Platten hat, es Glatteis gibt und Besuche bei Freunden oder Verwandten anstehen, zu denen man nur schwer hinkommt“, zählt sie auf. „Mein Schwager zum Beispiel wohnt mit seiner Familie hinter Bützfleth. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Anreise knapp zwei Stunden, mit dem Auto eine dreiviertel Stunde.“
Ein Alltag ohne Auto sei zwar nicht immer leicht, aber trotzdem gut zu bewerkstelligen. Die Familie erledigt alles mit dem Zweirad. Einen Großeinkauf gibt es nicht, es wird täglich frisch eingekauft. Sogar der Sperrmüll wird per Fahrradanhänger nach Ketzendorf gebracht und der Weihnachtsbaum per Anhänger abgeholt.

Mit den Jahren ist für die Familie das Leben ohne eigenes Auto zur Selbstverständlichkeit geworden. „‘Wir haben uns so gut arrangiert, dass wir im Alltag einfach kein Auto mehr benötigen‘, sagte meine jüngste Tochter kürzlich“, erzählt die studierte Ökotrophologin. Doch manchmal brauchen auch die umweltbewussten Buxtehuder einen Pkw: „Wenn wir wirklich mal gestylt zu einer Veranstaltung möchten oder etwas Dringendes ansteht, leihen wir uns von Freunden ein Auto“, sagt Katrin Ringleben-Fricke.

Was sich Katrin Ringleben-Fricke für die Zukunft wünscht: dass die Stadt Anreize schafft, damit möglichst viele Menschen auf das Zweirad steigen, z. B. durch eine Verbesserung der Fahrradwege und zusätzliche Fahrradparkplätze. „Da könnte Buxtehude noch ordentlich nachrüsten.“

• Können Sie sich vorstellen, auch auf das eigene Auto zu verzichten? Oder sich ein Auto mit Freunden oder Nachbarn zu teilen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu per E-Mail an ab@kreiszeitung.net.