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Prof. Dr-Ing. Martin Betzler: "Die härteste Prüfung meines Lebens"

Prof. Dr.-Ing Martin Betzler: "Das war die härteste Prüfung meines Lebens" (Foto: tk)
Prof. Dr.-Ing Martin Betzler ist einer von nur 29 Baustatik-Prüfingenieuren in Niedersachsen

tk. Buxtehude. Wenn seine Studierenden vor Prüfungen etwas mulmig ist, wird Prof. Dr.-Ing Martin Betzler deren Gefühlslage jetzt besser verstehen. "Das war die härteste Prüfung meines Lebens", sagt er. Der ehemalige Präsident der Hochschule 21 (HS 21) ist seit wenigen Tagen ein offiziell vom Land berufener Prüf-Ingenieur für Baustatik. Einer von nur 29 in ganz Niedersachsen. Seine Aufgabe: Bei komplexen Bauvorhaben die Statik- und Tragwerksplanung prüfen.

"Diese Aufgabe wollte ich schon länger übernehmen", sagt Betzler, der weiterhin an der HS21 lehrt und die Baustudiengänge leitet. Ihm gefällt die Vielfalt der künftigen Projekte, mit denen er zu tun hat. "Das sind keine Einfamilienhäuser", so der Tragwerksplaner. Die Berechnungen für große Gewerbebauten, Spannbetonbrücken, Hochhäuser und andere komplexe Vorhaben gehen künftig über seinen Schreibtisch. Außerdem ist er auch für die Bauabnahme in diesem Bereich verantwortlich. Im Zweifelsfall kann er die Arbeiten unterbrechen und Nachbesserungen einfordern. "Das klingt vielleicht oberlehrerhaft, aber in der Regel geht es auf Baustellen kollegial zu."

Betzler arbeitet unabhängig von Bauherren oder Investoren. Die Bauaufsicht von Kreisen und Kommunen beauftragen ihnl. Um die Ernennungsurkunde für diesen Job zu bekommen, hat der Hochschullehrer hohe Hürden genommen: Er musste nachweisen, dass er die Statik von ganz verschiedenen Objekten berechnet hat. Ob das 100 Prozent richtig war, wurde überprüft. Mehrjährige Berufs- und Baustellenerfahrung waren ebenso gefragt. Und dann noch die Prüfung: "Hier ist ein Plan, finden Sie den Fehler", war die Aufgabe. Nachdem Betzler die falsche Berechnung fand - und er gerade zur Erklärung ansetzen wollte, gab es die nächste Fehler-Such-Aufgabe. Der Prof räumt ein: "Das war Stress, da zittern einem schon mal die Hände."

Von seinen neuen Aufgaben werden auch die Studierenden der HS21 profitieren, wenn Inhalte in Seminare und Lesungen einfließen. "Je vielfältiger die Aufgaben sind, desto besser sind sie für ihren Job vorbereitet."