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Sie machen zu viel Laub: In Buxtehude sollen Bäume fallen

Einige der Platanen am "Delmer Bogen" sollen gefällt werden (Foto: wd)

tk. Buxtehude. Anderswo gehen Menschen auf die Barrikaden und kämpfen um den Erhalt eines jeden Baumes. In Buxtehude am "Delmer Bogen" ist es anders: Viele Anlieger fordern den Einsatz der Motorsäge. Am besten, alle Platanen dort würden weichen. Ein Kompromiss zwischen Baumschutz und Anwohnerwünschen: Jede fünfte Platane wird gefällt.

Politik und Baumschutzexperte Gerhard Furch aus der Stadtverwaltung haben das Fällprogramm abgesegnet. Fünf Bäume werden jetzt gefällt, zwölf weitere in den kommenden fünf Jahren. Vor allem bei den Platanen, die besonders dicht neben anderen grünen Riesen stehen, wird die Säge angesetzt. Zudem werden die Kronen der Bäume beschnitten.
Was wie ein massiver Eingriff in den Grüngürtel am Delmer Bogen wirkt, reicht vielen Anliegern aber noch nicht. Sie haben eine Art Bürgerinitiative (BI) gegründet. Das WOCHENBLATT hat bei einer Anwohnerin aus der BI nachgefragt, warum die Platanen weichen sollen. Grundsätzlich seien die Bäume zu eng gepflanzt worden, so die Frau. Was aber für die Anlieger schwerer wiegt: Das Laub, das die großkronigen Platanen in jedem Herbst produzieren. "Ich habe von Juni bis Dezember die Blätter in meinem Garten", sagt die Frau. Die Entsorgung sei mühsam und kostenpflichtig. So richtig zufrieden sind die Bürger aus dem "Delmer Bogen" nicht mit der Kompromisslösung des Fällprogramms. Sie hätten lieber alle 80 Platanen zum Kaminholz verarbeitet und dafür kleine Bäumchen als Ersatz gesehen.
Einige Politiker haben die Fäll-Pläne am "Delmer Bogen" nur zähneknirschend akzeptiert. Ihre Sorge: Es wird ein Präzedenzfall geschaffen. Auch anderswo haben Anwohner schon gefordert, dass städtische Bäume weichen müssen, weil sie so viel Laub produzieren. Ein ähnlicher Antrag von Bürgern aus den Brunkhorst'schen Wiesen sei programmiert, befürchten Baumschützer. Einziger Unterschied: Dort stehen Eichen. Bei den typisch norddeutschen Bäumen dürfte eine "Motorsägen-Politik" schwerer zu begründen sein.