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WOCHENBLATT-Leser melden sich: "Gleisfalle" am Alten Postweg

In diese Gleise am Alten Postweg sind schon viele Radfahrer in Buxtehude geraten - und gestürzt

tk. Buxtehude. Diese WOCHENBLATT-Geschichte schlug wie eine Bombe ein: "Radunfall auf alten Buxtehuder Industriegleisen". 15 Leserinnen und Leser haben sich innerhalb von fünf Tagen gemeldet: "Ich bin ebenfalls gestürzt" oder "genau das ist mir auch passiert" steht in allen Mails. Der BSV-Radsportler Carsten Külper, der mit seinem Rennrad in die Bahngleise am Alten Postweg geriet und sich verletzte, ist kein Einzelfall. Das WOCHENBLATT und die Unfallopfer stellen die Frage: Wann handelt die Stadt und macht die Gleise dicht?

Dieser Unfallschwerpunkt hat eine lange Tradition: Harald Jordan berichtet, dass es ihn schon vor 20 Jahren an dieser Stelle von den Reifen holte. Die Leserinnen und Leser, die über ihre Erfahrungen berichten, haben sich zum Teil ernsthaft verletzt. Petra Schwarz berichtet von einem Unfall ihres Partners, der noch drei Jahre lang Scherzen gehabt habe.
Prellungen, Hautabschürfungen und kaputte Fahrräder - die Schadensbilanz ist in allen Fällen identisch. Und noch etwas verbindet die Opfer der Industriegleise: Niemand hat bei der Stadt Schmerzensgeld oder Schadenersatz beantragt. Niemand hat sich über die Gefahrenstelle beschwert.

Und noch etwas berichten mehrere Sturzopfer übereinstimmend: Wer die Gleise sicher queren will, muss einen Schlenker fahren - und gerät auf Kollisionskurs mit den Autos. Elisabeth Steinfeld berichtet, dass sie schon von einem Pkw-Fahrer angebrüllt wurde, weil sie ausgewichen sei.

Die Stadt ist auch nach den Beschwerden der Leserinnen und Leser überzeugt: Die Stelle ist verkehrssicher und rechtlich sei alles in Ordnung. Fachbereichsleiter Ralf Dessel: "Das haben wir auch mit der Haftpflichtversicherung der Kommune abgeklärt." Der Verkehrssicherungspflicht sei Genüge getan. Zudem handele es sich um eine gerade und gut einsehbare Strecke. Immerhin: Ralf Dessel will die Tiefbauabteilung noch einmal einen Blick auf die Industriegleise am Alten Postweg werfen lassen. "Das ist aber nur nur guter Wille", so Dessel. Er betont, dass die Verwaltung auch nur von dem einen Unfall von Carsten Külper wisse. Pech also, dass die Leserinnen und Leser ihre Unfälle nicht gemeldet haben.

• Übrigens: Einige Leser vertreten eine andere Position: "Mit ist nie etwas passiert" oder "die sollen auf dem Rad- und Fußweg fahren." Und Rudolf Schmitz verweist darauf, dass die Gleise wichtig seien, um bei Bedarf Gütertransporte zu den anliegenden großen Unternehmen auf Schienen durchzuführen. "Das dient der Entlastung der Straße von übermäßigem Lkw-Verkehr."

Den Artikel über den Unfall von Carsten Külper lesen Sie hier