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Erziehermangel: Not wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen

Lebenshilfe Geschäftsführer Klaus Puschmann (Foto: Lebenshilfe)
Lebenshilfe Geschäftsführer Klaus Puschmann über Personalnotstand in den Kitas

tk. Buxtehude. Die Lebenshilfe Buxtehude betreibt drei Kitas. Lebenshilfe-Geschäftsführer Klaus Puschmann legt nach einem WOCHENBLATT-Artikel über den akuten Personalnotstand in den Kindergärten- und krippen im Kreis Stade noch nach: "Es gibt Einzelfälle, da können sozial auffällige Kinder nicht in dem Maße betreut werden, wie es nötig wäre." Der Grund: Es fehlt schlicht an Personal. Was im Kindergarten versäumt werde, setze sich als Problem in der Schule nahtlos fort. Die Lebenshilfe-Kitas suchen händeringend Erzieherinnen und Erzieher. "Der Markt ist aber leergefegt." Ohne eine grundlegende Reform bei der Ausbildung steuere das System auf eine Katastrophe zu, so Puschmann.



Jeder Kindergarten muss auf einer Online-Seite die Personalaustattung pro Gruppe belegen. Das funktioniert wie eine Ampel: Grün heißt alles okay, bei Geld gibt es Überprüfungsbedarf und Rot gehe gar nicht. "Dann müsste eine Gruppe eigentlich geschlossen werden", sagt Puschmann. Natürlich bekomme es jede Einrichtung so hin, dass die Ampel nie auf Rot stehe. Das gehe aber zu Lasten der Mitarbeiter. In den Lebenshilfe Kitas liegt der Krankenstand bei rund 20 Prozent.

Der Frust sei auch deshalb groß, weil jedes Kita-Team höchst motiviert sei. "Die wollen das Beste für jedes Kind", so Puschmann. Und das Beste zu wollen werde häufig schwieriger. Viele Eltern verlagerten grundsätzliche Erziehungsaufgaben gerne in die Kindergärten." Die Arbeit wird mehr", so der Lebenshilfe-Geschäftsführer.

Eine Verbesserung sieht er nicht. "Es werden diverse neue Kindergärten im Landkreis Stade gebaut. Wo kommt das Personal her", fragt er.

Die Probleme mit fehlenden Fachkräften "gehen alle an", betont Puschmann. Er erinnert daran, dass dieser Konflikt, den jedes Bundesland für sich alleine politisch lösen müsse, letztendlich "auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird."
Das muss sich seiner Meinung nach sofort ändern: Die Erzieher Ausbildung wird dual. Praxis in der Kita und Theorie an der Schule. Zudem müssen die "Kita-Azubis" bezahlt werden. Als zweiter Schritt wird der Beruf ein Studienfach. Auch hier sei dual, wie in Studiengängen an der Hochschule21, der Königsweg, so Puschmann.