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Landesjäger-Präsident Helmut Dammann-Tamke: Alle drei Jahre verdoppelter Wolfs-Bestand

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschsft Niedersachsen (Foto: CDU Niedersachsen)

Bundesumweltministerium sieht Erhalt der Wölfe aber noch nicht gesichert

tk. Landkreis. In einem Interview mit dem NDR hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kürzlich erneut betont, dass am Schutzstatus des Wolfes nicht gerüttelt werde. Das heißt: Der Wolf werde auch in Zukunft nicht unter das Jagdrecht fallen. Der Grund: Der Bestand der Wölfe sei in Deutschland noch nicht gesichert.



Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, ist von diesen Äußerungen nicht überrascht. Er wirft dem Bundesumweltministerium vor, mit veraltetem Datenmaterial zu arbeiten. So stammen die Zahlen zum sogenannten Erhaltungszustand, mit denen die Ministerin aktuell argumentiere, aus dem April 2016. Die Jägerschaft geht davon aus, dass der Bestand jährlich um 30 Prozent wachse. "Alle drei Jahre hat er sich verdoppelt", sagt Helmut Dammann-Tamke. "Das will das Ministerium nicht erkennen oder blendet das aus", kritisiert er.

Der CDU-Landtagsabgeordnete ist überzeugt, dass dem Artenschutz ein Bärendienst erwiesen werde. "Die Akzeptanz der Menschen wird dem Wolf gegenüber sinken", ist er überzeugt. Hinzu komme als weiteres Problem, dass extensive Landschaftspflege mit Schafen und Rindern durch die Rückkehr des Wolfes deutlich erschwert werde. Allein in Niedersachsen gebe es 2.000 Kilometer Deichlinie, die überwiegend mit Schafen beweidet werden.

In Berlin, so Dammann-Tamke, scheine im Umweltministerium die Auffassung vorzuherrschen, dass sich die Wolfspopulation irgendwann von alleine regeln werde. "Lasst die Wölfe doch selbst entscheiden, wie viele sie werden wollen", nennt er diese Sichtweise. Das hält der Präsident der Landesjägerschaft für eine fatale Fehleinschätzung. Keine Fressfeinde, keine Krankheiten und ein üppiges Nahrungsangebot, verbunden mit einer guten Anpassung an besiedelte Räume, führen zu einem "exponentiellen Wachstum". Das sollte man nicht unterschätzen, auch im Umweltministerium in Berlin nicht, findet Helmut Dammann-Tamke.