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Marode Ufermauer in Jork: "Die Kosten sind unverhältnismäßig"

FDP-Ratsherr Peter Rolker favorisiert eine günstigere Lösung
bc. Jork-Borstel. Dass etwas mit der kaputten Ufermauer an der Kleinen Seite in Jork-Borstel passieren muss, sind sich alle einig. Die Wand neigt sich immer mehr gen Wasser, die Böschung droht in den Fleet zu stürzen. Was dann mit dem Fußweg oder den angrenzenden denkmalgeschützten Häusern geschieht, mag sich keiner ausmalen.
Wie die Sanierung genau aussehen soll und wer dafür bezahlen muss, da scheiden sich jedoch die Geister in der Jorker Politik. Auf Antrag des Bürgervereins (BVJ) wurde das Thema jetzt im Bauausschuss erneut vertagt. BVJ-Fraktionschef Partho Banerjea pocht auf ein ausstehendes Rechtsgutachten. Seine Frage: „Ist die Gemeinde überhaupt haftbar?“ Teile der CDU-Fraktion und FDP-Ratsherr Peter Rolker stimmten einer Zurückstellung zu.
Wie berichtet, plant die Gemeinde auf einer Länge von 40 Metern eine neue Spundwand in die Erde zu rammen. Geschätzte Kosten: 200.000 Euro. Das Problem: Die Spundwand soll auf sogenanntem unermittelten Eigentum gebaut werden. Bürgermeister Gerd Hubert sieht die Gemeinde trotzdem in der Pflicht, weil sie für die Verkehrssicherung des angrenzenden Fußwegs zuständig ist.
Peter Rolker ist bekanntlich ein Gegner der teuren Spundwand-Lösung. 200.000 Euro für 40 Meter Wand seien einfach unverhältnismäßig. Warum werde kein Altländer Wall mit abgeschrägten Eichenpfählen gebaut, wie überall im Alten Land üblich, so seine Forderung. Die jetzige Darstellung der Verwaltung enthalte weder eine Begründung für die Rechtmäßigkeit noch für die dringende Erforderlichkeit einer Spundwand. Rolker ließ sich auch von den Argumenten des Jorker Ingenieurbüros Christiansen nicht überzeugen.
Ein Ingenieur stellte die Planung im Bauausschuss vor. Da ein tragfähiger Boden erst bei rund 15 Metern zu erwarten sei, müsse die Spundwand so tief in den Boden versenkt werden. Mittels eines modernen Verfahrens werde die Wand erschütterungsfrei in die Erde gepresst. Dazu müsste wahrscheinlich die Straße „Große Seite“ eine Woche voll gesperrt werden. Die Mauer müsste auch deswegen so tief gerammt werden, weil die Last der benachbarten Gebäude auf die Mauer ausstrahlt.
Für Rolker ergaben sich im Anschluss der Ausschuss-Sitzung noch Fragen. In einer Anfrage an Gerd Hubert möchte er u.a. wissen, welche Alternativen zu der vom Büro Christiansen vorgestellten Variante geprüft und mit welcher Begründung verworfen worden seien. Da als wesentlicher Zweck der Planungsvariante der Schutz von drei Häusern vor Einsturzgefahren benannt worden seien, will Rolker auch wissen, ob es bereits gutachterlich festgestellte Schäden an den Gebäuden gebe, die auf die aktuelle Böschungssituation zurückzuführen seien.
Harm-Paul Schorpp von den Grünen sowie Bernd Sänger (CDU) halten die Planung dagegen für alternativlos: „Wir sollten den Fachleuten vertrauen.“