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Vor dem Abriss: Hunderte pilgern zum "Uhlenbusch"

Hunderte Besucher ließen sich am Sonntag von Warnungen wie diesen nicht abschrecken und nahmen Abschied vom "Haus Uhlenbusch"
kb. Hanstedt. Die letzte Gelegenheit noch einmal einen Blick auf das "Haus Uhlenbusch" in Hanstedt zu werfen, bevor die Abrissbagger anrollen, gab es am vergangenen Sonntag: Hunderte Besucher nutzten die Chance, sich den Gebäudekomplex anzusehen und vielleicht sogar ein Erinnerungsstück mitzunehmen. Wie berichtet, will der Hamburger Diplom-Kaufmann Robert Spielberg auf dem Areal der ehemaligen Jugendbildungsstätte des Landkreises (elf Hektar) ein Reiterhotel mit Appartements und Stallgebäude errichten.
"Das Interesse ist wirklich groß", freute sich Investor Spielberg, der den Menschen mit dem Fest am Sonntag eine Gelegenheit geben wollte, sich vom Uhlenbusch zu verabschieden. "Es ist wichtig, die Menschen in den Prozess der Neugestaltung des Geländes einzubeziehen. Dies ist der erste Schritt dazu", so Spielberg.
Die meisten der Besucher, die den Weg am Sonntag zum Uhlenbusch fanden, verbanden persönliche Erinnerungen mit dem Haus, hatten als Kinder dort Zeit verbracht oder später an Volkshochschulkursen oder Seminaren teilgenommen, die im Uhlenbusch stattfanden. Zwei, die sich einst bei Seminaren im Uhlenbusch kennenlernten und sich zufällig am Sonntag wiedertrafen, waren Künstlerin Susanne Dinter aus Jesteburg und Birgit Packulat aus Schierhorn. "Ich bin schon ein wenig wehmütig", erzählte Susanne Dinter. "Es ist schade, was aus dem Haus geworden ist, wenn man bedenkt, wieviel Leben hier früher war", so die Jesteburgerin.
Die leeren Gänge, zerbrochene Fenster, kaputt geschlagene Sanitäranlagen und heruntergekommenen Räume hinterließen bei vielen Besuchern ein bedrückendes Gefühl. Viele waren vom Grad des Verfalls überrascht. "Vielleicht hätte man die Gebäude frühzeitig erhalten sollen", so Klaus-Jürgen Rabeler, der sich gemeinsam mit seiner Frau Gabi in den Räumen umsah.
Viel Zeit für Wehmut bleibt nicht: Am Montag haben die Vorbereitungen für den Abriss der Gebäude begonnen, in drei Wochen sollen die ersten Mauern fallen.