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Ein Feiertag mehr für den Norden? DGB tritt dafür ein, dass am Reformationstag arbeitsfrei ist

Am 31. Oktober wird an den Reformator Martin Luther erinnert (Foto: Archiv)
(jd). In drei Wochen ist Ostern: Karfreitag und Ostermontag zählen zu den neun gesetzlichen Feiertagen, die bundesweit gelten. Einige Bundesländer im Süden wie Bayern haben sogar drei bzw. vier weitere katholische Feiertage, an denen arbeitsfrei ist. Der Norden soll jetzt aufschließen, fordert der DGB in Schleswig-Holstein: Dort wollen die Gewerkschafter den Reformationstag (31. Oktober) als neuen gesetzlichen Feiertag einführen. Im kommenden Jahr ist dieser Tag ohnehin einmalig bundesweiter Feiertag - aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums von Martin Luthers Thesenanschlag im Jahr 1517. "Das könnten wir doch gut in Serie gehen lassen", heißt es beim DGB Nord. Das WOCHENBLATT fragte nach, ob das nicht auch ein Modell für Niedersachsen wäre.
"Wir begrüßen grundsätzlich diesen Vorschlag", sagt der evangelische Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy aus Stade: Der Reformationstag habe im protestantischen Norden eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Dieser Ansicht ist auch der Hittfelder Superintendent Dirk Jäger: "Die Reformation ist ein Ergebnis, das unser Land und unsere Kultur bis heute wesentlich prägt." Die Kirche freue sich über die Unterstützung seitens des DGB. Allerdings dürfe die Einführung als gesetzlicher Feiertag nicht damit begründet werden, dass der Norden weniger arbeitsfreie Tage als der Süden habe.
Brandy schätzt die Chancen für einen dauerhaft arbeitsfreien Reformationstag relativ gering ein: Er verweist darauf, dass es bereits vor zwei Jahren im Landtag eine entsprechende Initiative seitens der CDU gab. Doch der Vorstoß der Christdemokraten hinsichtlich der Reformationstages stieß auf Widerstand. Daraufhin beantragte die CDU, den 1994 abgeschafften Buß- und Bettag dauerhaft als "Gebetstag der Religionen" in Form eines gesetzlichen Feiertages einzuführen. Das lehnten SPD, Grüne und FDP ab.
Die Gewerkschaft werde trotzdem nicht locker lassen, für einen weiteren arbeitsfreien Tag zu kämpfen, betonte der Vorsitzende de DBG-Bezirks Niedersachsen, Hartmut Tölle: "Am Beispiel Bayern und Baden-Württemberg zeigt sich, dass die Wirtschaft auch mit mehr arbeitsfreien Tagen gut dasteht."