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Wird die "Obstwiese" in Hollenstedt bebaut? Volksbank Geest plant Wohn- und Geschäftshaus im Ortskern

Auf diesem Grundstück (schraffiert) soll der Neubau entstehen (Foto: msr/google maps)
 
Ein Stück altes Hollenstedt. So sieht es auf der Obstwiese heute aus
mi. Hollenstedt.  Dieses Bauprojekt könnte den Ortskern von Hollenstedt deutlich verändern. Wie jetzt bekannt wurde, plant die Volksbank Geest auf ihrem Grundstück hinter dem Volksbankgebäude (Am Stinnberg) den Bau eines zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses. Ankermieter soll die Drogeriekette Rossmann sein.
Noch ist nichts entschieden, doch wie dem WOCHENBLATT bekannt ist, stellte die Volksbank jetzt einem ausgewählten Kreis aus Ortspolitikern, darunter die Fraktionsspitzen der Parteien sowie Bürgermeister Jürgen Böhme und dessen Stellvertreter Jörg Meier, das Projekt vor. Demnach soll auf dem großen Grundstück  zwischen Penny-Markt und Aldi bzw. Postlager ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen mit  einer Gesamtfläche inkl. Keller bzw. Tiefgarage von rund 3.500 Quadratmetern. Der Bau soll nach derzeitigen Entwürfen auf gut zwölf Metern Höhe über zwei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss verfügen. Im Erdgeschoss soll auf rund 1.000 Quadratmetern eine Filiale der Drogeriekette Rossmann eröffnet werden. Darüber sind ca. 15 Wohnungen geplant. Vorstellbar wäre nach WOCHENBLATT-Information auch, die Integration eines Konzepts für die Tagespflege. Um ausreichend Parkraum zu schaffen, sehen die Planungen den Bau einer Tiefgarage vor. Die Zufahrt für Kunden und Hausbewohner erfolgt nach derzeitigem Stand über die Hauptstraße.
Auf der angedachten Fläche, in Hollenstedt als „Obstwiese“ bekannt, befinden sich derzeit ein kleiner Tümpel, einige hochgewachsene Bäume sowie die Replik eines historischen Backhauses, ansonsten liegt das Areal brach. Genutzt wird es allerdings als Standort für den Hollenstedter Wochenmarkt.
Zunächst aber steht das Projekt noch vor einer juristischen Hürde.
Hintergrund: Nach Information des WOCHENBLATT müsste der Rat für die Realisierung des Baus den bestehenden Bebauungsplan ändern. Der gültige Bebauungsplan sieht auf dem Areal nämlich lediglich 1,5 Vollgeschosse vor. Links und rechts neben dem Gebäude stehen mit Aldi und Penny ebenfalls eingeschossige Gebäude.
Wilhelm Prigge aus dem Vorstand der Volksbank Geest weist  - auf das Projekt angesprochen - auf den Entwurfscharakter des Vorhabens hin und streicht die Verantwortung der Volksbank als Unternehmen aus und für die Region heraus. Prigge: „Als Volksbank, deren Wurzeln hier in der Gemeinde liegen, hat unserer Haus ein großes Interesse, für das Grundstück eine Nutzung zu finden, die dem ganzen Ort dient.“ Mit den Konzept, Gewerbe und Wohnen auf dem Grundstück zu kombinieren, wolle man zur Belebung und nachhaltigen Stärkung des Standorts Hollenstedt beitragen. Mit Rossmann als Ankermieter gelinge es darüber hinaus, eine wichtige Angebotslücke in der Gewerbelandschaft zu schließen. Prigge weist aber auch darauf hin, dass die Volksbank die Obstwiese aufgrund des großen Wohnbedarfes in der Gemeinde in jedem Fall bebauen werde. „Wir halten es für falsch, den derzeitig gültigen Bebauungsplan umzusetzen. Wir denken, dass wegen der Lage zwischen mehreren Gewerbebetrieben den Einwohnern mit unserem derzeitigen Konzept mehr gedient ist.“
Für die Gemeinde Hollenstedt nahm der stellvertretende Bürgermeister Jörg Meier in urlaubsbedingter Abwesenheit von Rathauschef Jürgen Böhme Stellung zu dem Projekt.
Jörg Meier erklärte, das Thema sei noch lange nicht entschieden, es werde ganz bestimmt noch intensiv in den Gremien diskutiert. Jörg Meier: „Ohne vorzugreifen, lässt sich grundsätzlich sagen, dass wohl jeder im Ort eine Drogerie als große Bereicherung empfinden wird. In Hollenstedt gibt es bisher so ein Angebot nicht. Allerdings spreche ich wohl auch für viele Hollenstedter, wenn ich sage, dass die Obstwiese für den Ort auch einen hohen ideellen Wert hat.“ Meier ist sich sicher: Einfach nur „abnicken“ werde der Rat die Vorschläge nicht.