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Nach Dachpfannen-Ärger: B-Plan für Agathenburg endlich unter Dach und Fach?

Das Thema Dachpfanne sorgte bei vielen Agathenburger "Wutbürgern" für Ärger
jd. Agathenburg. Gemeinde nimmt einen neuen Anlauf: Umstrittene Vorgaben wurden zum Teil entschärft Was lange währt, wird endlich gut: Ob dieser Spruch auch auf den Bebauungsplan für die Agathenburger Ortsmitte zutrifft, wird sich am Mittwochabend (24. Juni) herausstellen: Um 20 Uhr befasst sich der Gemeinderat auf seiner Sitzung in der Mehrzweckhalle erneut mit dem heftig umstrittenen B-Plan "Ortskern". Gemeindedirektorin Daniela Subei hofft, dass der Plan endgültig auf den Weg gebracht wird. Das sollte eigentlich schon längst geschehen sein. Doch einige Festsetzungen im B-Plan etwa zur Farbe der Dachziegel, der Gestaltung der Fenster und der Anzahl der Satellitenschüsseln führten zu heftigen Bürgerprotesten. Nun gibt es eine nochmals überarbeitete Fassung, die die Politiker jetzt absegnen wollen.

"Das Ganze hätten wir eigentlich schon viel früher haben können", meint Subei: Sie hätte es sich gewünscht, wenn die Kritik der betroffenen Anwohner an den Vorgaben des B-Plans schon vor einem Jahr vorgebracht worden wäre. Damals habe es eine öffentliche Bürgerbeteiligung gegeben. Doch zu diesem Termin sei kaum jemand erscheinen. Es habe keinerlei Anregungen oder Vorschläge gegeben, so Subei: "Dass die Resonanz in den vergangenen Wochen plötzlich so heftig war, wundert mich schon ein wenig."

Wie berichtet, waren etliche Agathenburger, die im Dorfkern ein Haus oder ein Grundstück besitzen, wegen des B-Plans auf Zinne: Sie wollten sich beispielsweise nicht damit abfinden, ihre Dächer künftig nur mit roten oder braunen Dachpfannen eindecken zu dürfen. Als widersinnig bezeichneten viele auch die Vorgabe, dass pro Haus nur eine Sat-Schüssel zulässig ist. Auch die Tatsache, dass die Höhe von Hecken auf 1,20 Meter reglementiert wurde, verärgerte so manchen.

Nach einer turbulenten Bürgerversammlung Ende Mai beauftragte die Gemeinde den Planer, die Vorgaben ein wenig zu "entschärfen". "Wir haben uns alle Kritikpunkte notiert", sagt Subei: "Schließlich wollen wir die Bürger mitnehmen und nichts über deren Köpfe hinweg entscheiden." Sie sei zuversichtlich, dass nun alles glatt laufe. Tatsächlich sind etliche "Knackpunkte", die vor einigen Wochen den Bürgerzorn provozierten, vom Tisch.

Eine Kröte sollen die Agathenburger allerdings schlucken: Es bleibt dabei, dass graue bzw. anthrazitfarbene Dachpfannen bei Neubauten nicht verwendet werden dürfen. Lediglich bei vorhandenen Gebäuden gibt es Bestandschutz. Horneburgs Bauamtsleiter Roger Courtault rechtfertigt das Verbot von dunklen Dachpfannen mit historischen Gründen: "In die alten Dorfkerne gehören keine schwarzen oder grauen Dächer. Dass dies in den vergangenen Jahrzehnten erlaubt war, ist eine städtebauliche Fehlentwicklung."