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Jesteburg: Der Freibad-Leiter hat gekündigt

Die Schäden waren nicht zu übersehen. Überall im Bad waren die Fliesen abgeplatzt. Weil erhöhtes Verletzungsrisko bestand, musste das Bad geschlossen werden (Foto: Gemeinde Jesteburg)

Ohne Ersatz für Danny Feller droht die Wiedereröffnung zu platzen / Sanierung des Beckenkopfs beginnt.

mum. Jesteburg. Das sind keine guten Nachrichten für alle Freunde des Jesteburger Freibads: Wie Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper jetzt mitteilte, hat Badleiter Danny Feller seinen Posten gekündigt. Er habe sich beruflich neu orientiert. „Das bedeutet, dass wir dringend einen Nachfolger finden müssen“, so Höper. „Sollte es nicht gelingen, die Position zu besetzen, werden wir das Bad nicht eröffnen können.“ Die Stelle sei bereits ausgeschrieben. „Allerdings ist es in der heutigen Zeit schwierig, einen Badleiter zu finden.“ Das dürfte laut Höper vor allem an den unattraktiven Arbeitszeiten liegen. Ein Badleiter würde in den Sommermonaten jede Menge Überstunden sammeln, die er dann im Winter abbummelt.
Wie berichtet, musste das Freibad aufgrund des schlechten Zustandes der Fliesen am Beckenkopf (der obere Bereich am Beckenrand) einige Wochen vor dem eigentlichen Saisonende geschlossen werden. „Die Ursachen für die Fliesenschäden sind auf Arbeiten bei der Sanierung des Bades im Jahr 2006 zurückzuführen“, so Höper. Dabei unterlief dem Hersteller offenbar ein Fehler. Der Beton habe eine sehr schlechte Qualität, sei spröde und breche. Seit dieser Zeit werde über Mängelbeseitigung auf dem Klageweg gestritten. „Die Fliesenschäden können jetzt im Rahmen des Gutachtens, wie es dem Gericht vorlag, beseitigt werden“, so der Verwaltungschef. „Die Firma hat dazu die Fliesen an den Beckenköpfen beseitigt und soll sie zu Beginn des neuen Jahres - je nach Witterung - wieder neu verfliesen.“ Wenn die Bauarbeiten rechtzeitig starten, sollen die Beckenköpfe zur Saisoneröffnung wieder hergestellt sein.
Damit aber noch nicht genug: Zusätzlich gab es bei der Sanierung 2006 weitere Fehler der beteiligten Unternehmen. Das Ergebnis war, dass beispielsweise alle Becken 15 Zentimeter zu tief sind. Auch hier hat die Gemeinde Jesteburg Klage eingereicht. Die abschließende Verhandlung dazu sollte im Mai 2017 stattfinden, wurde dann aber auf März 2018 verschoben. In der Hoffnung, diesen Prozess ebenfalls zu gewinnen, hatte die Gemeinde daher die Sanierung des Teilbereiches Beckenkopf verschoben. Denn sollte Jesteburg vor Gericht Recht bekommen, muss das gesamte Becken saniert werden, um unter anderem die Beckentiefe zu korrigieren. Im Raum steht ein Schaden in Höhe von 600.000 Euro. Seit 2007 werden in jedem Frühjahr die auffindbaren Schäden an den Fliesen am Beckenrand „geflickt“. So hat sich das Freibad von Saison zu Saison „gerettet“, immer in dem Bewusstsein, dass es irgendwann eine Instandsetzung geben wird. In der Regel hielten die Sanierungsarbeiten immer bis zum Saisonende. Diesmal jedoch nicht. 

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