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Die Aktiven sind frustriert! - GeWerbekreis: Das Aus für die Weihnachtsbeleuchtung diskutiert / Edgar Romanowski ist neuer Vize-Chef

Nach dem Rücktritt von Andreas Kroll (v. li.) führen Cornelia Ziegert (Kassenwart), Edgar Romanowski (Vize) und Henning Erdtmann (Vorsitzender) den Jesteburger GeWerbekreis

Die Mitglieder des Jesteburger GeWerbekreises sind unzufrieden - vielleicht sogar frustriert. Obwohl die Kaufleute-Gemeinschaft zahlreiche erfolgreiche Veranstaltungen in dem Heidedorf organisiert - darunter einen gut besuchten Weihnachtsmarkt und das beliebte Maifest - glauben sie, dass die Jesteburger selbst gar nicht wahrnehmen, wer sich da für sie ehrenamtlich engagiert. Auch von Seiten ihrer „Kollegen“ wünschen sich die Mitglieder mehr Unterstützung.
Vielleicht kann der neue Vize-Chef Edgar Romanowski für frische Impulse sorgen. Seit Jahren zeichnet er bereits für den beliebten Wochenmarkt verantwortlich. „Wir leben in einem wunderschönen Ort und sollten dies gemeinsam genießen“, so Romanowski.

mum. Jesteburg. „Tue Gutes und rede darüber“ heißt es gern bei Spendenübergaben. Die Mitglieder des GeWerbekreises Jesteburg haben derzeit genau damit ein Problem. „Ich glaube, die Leute wissen gar nicht, was wir alles in Jesteburg auf die Beine stellen“, sagte Henning Erdtmann, Vorsitzender des Kaufleute-Vereins, jetzt während der Jahreshauptversammlung. Erdtmann will seine Worte auf gar keinen Fall als Kritik an den Kunden verstanden wissen. Vielmehr gehe es ihm um die anderen Geschäftsleute in dem Heidedorf. „Die viele Arbeit verteilt sich stets auf die Schultern einiger weniger“, pflichtete Bernd Jost Erdtmann bei. Ein Beispiel sei die Weihnachtsbeleuchtung. Trotz Aufrufs beteiligten sich nur wenige Mitglieder an der Montage der etwa 80 Tannenbäume im Ort. „Doch wenn eine der Lichterketten defekt ist, wird Henning Erdtmann sofort gebeten, diese auszutauschen“, berichtet Jost. „Ich glaube außerdem, dass die wenigsten Jesteburger wissen, dass wir und nicht die Gemeinde für die Illumination verantwortlich sind.“
Die Konsequenz: Die Mitglieder diskutierten darüber, in diesem Jahr auf die Beleuchtung zu verzichten. „Das ist das falsche Signal“, so Edmund Minke. Stattdessen will der GeWerbekreis in hochwertigere Bäume investieren und auch die Aufhängung an den Straßenlaternen verbessern.
Sauer stieß bei den Mitgliedern auch eine Aktion einzelnen Geschäftsleute auf , die während der Weihnachtszeit zu einem Lichterfest einluden und im Vorfeld nicht das Gespräch mit dem GeWerbekreis suchten. „Die Veranstaltung war klasse“, lobte Erdtmann das Event. „Allerdings hätte man mit der Einbindung unseres Vereins deutlich mehr Menschen erreichen können.“ Jetzt soll die Kommunikation verbessert werden. Außerdem haben die Mitglieder ein Budget verabschiedet, um „fremde“ Veranstaltungen finanziell zu unterstützen.
Gewählt wurde auch: Wie bereits vor einem Jahr angekündigt, legte Vize-Chef Andreas Kroll sein Amt nieder. Kroll hatte den Verein einige Jahre sogar geführt und war nur als Vize eingesprungen, weil sich niemand anderes gefunden hatte. An seiner Stelle tritt nun Edgar Romanowski: „Ich bin mir sicher, das der neue Vorstand zusammen mit den Beiräten und Mitgliedern in der Zukunft viele positive Akzente setzen wird.“
Mit Romanowski kehrt ein Mann der ersten Stunde in den Vorstand zurück. Gemeinsam mit Heike Kruskopf und Kurt Schlichting hatte Romanowski die Gründung des GeWerbekreises vorbereitet und im Anschluss das Amt des Vizes übernommen. „2002, als der Verein in einer schwierigen Phase war, übernahm ich dann den Vorsitz.“ Drei Jahre später habe er den Posten an Renate Maack und Kurt Gessner abgegeben, sei aber weiterhin als Beirat im erweiterten Vorstand aktiv gewesen. Von 2006 bis 2012 hat Romanowski den Weihnachtsmarkt organisiert. Seit 2009 ist er für den Wochenmarkt (der GeWerbekreis ist Betreiber) zuständig. Erst in diesem Jahr hat der neue Vize gemeinsam mit seiner Frau Harriet die Aktion „Jesteburger Rosen“ gestartet (das WOCHENBLATT berichtete).

Auf ein Wort

Das ist lobenswertes Engagement
Maibaum-Fest, Weihnachtsmarkt, ein Konzert auf der „Naturbühne“, die festliche Beleuchtung zur Weihnachtszeit und nicht zu vergessen der Wochenmarkt; dazu einige finanzielle Hilfestellungen wie für die Kinder-Oper - das Engagement des GeWerbekreises ist beachtlich. Doch obwohl dem Verein etwa 80 Mitglieder angehören, verteilt sich die Arbeit auf einige wenige Schultern.
Zur Jahreshauptversammlung kamen nur elf stimmberechtigte Mitglieder. „Niemand nimmt wahr, was wir für Jesteburg alles machen“ zog Bernd Jost Bilanz. Zudem kritisierte er, dass es Geschäftsleute gibt, die direkt von den Aktionen der Kaufleute profitieren, sich aber nicht beteiligen.
Ich ziehe meinen Hut vor dem ehrenamtlichen Engagement der GeWerbekreis-Mitglieder. Jesteburg würden zahlreiche Events fehlen und deutlich an Attraktivität verlieren, wenn Henning Erdtmann und seine Mitstreiter resignierten. Dann würde folgendes Sprichwort passen: „Man weiß etwas erst etwas zu schätzen, wenn man es verloren hat.“
Sascha Mummenhoff