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Bürger verärgert über neue "alte" Regelung im Abfallwirtschaftszentrum Ardestorf

Wolfgang Albers wünscht sich von der Samtgemeinde Hollenstedt die Einrichtung einer Grünmüll-Sammelstelle

Wohin jetzt mit dem grünen Müll? an Ardestorfer Mülldeponie

(ab). (ab). „Es bleibt überhaupt nicht alles beim Alten“, beschwerte sich kürzlich Wolfgang Albers, Anwohner aus Appel, aufgrund der neuen Regelung des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) beim WOCHENBLATT. „Vorher konnte ich 500 Liter, also 0,5 Kubikmeter Grünabfall, gratis beim AWZ in Ardestorf abgeben. Was darüber hinaus ging, konnte ich gegen eine Gebühr von wenigen Euro ebenfalls dort abladen“, erläutert Albers. Das hat sich aber grundlegend geändert: „Wenn ich mehr als 500 Liter auf meinem Anhänger habe, kann ich nur noch eins - umkehren.“ Die einzige Möglichkeit sei, so Albers, seinen Grünabfall von Hand in einzelne Säcke zu stopfen, damit er abmessen könne, wie viel er in Ardestorf loswerde.
„Ich habe ein ziemlich großes Grundstück mit vielen Eichen und komme teilweise mit ein bis eineinhalb Kubikmetern, also dem Doppelten bis Dreifachen der gestatteten Menge, zur Deponie. Wenn ich es dort nicht mehr los werde, wohin soll ich dann damit?“, fragt er.

Geändert hatte sich zu Jahresbeginn im zum Landkreis Stade gehörendem Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) in Ardestorf, dass Anwohner aus dem Landkreis Harburg Grünabfälle bis 500 Liter abgeben können sowie Siedlungsabfälle (Sperrmüll) in haushaltsüblichen Mengen. Diese Regelung wurde eingeführt, da die Kapazitäten im AWZ voll ausgeschöpft wurden (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).

Mit weiteren Nachbarn habe er ebenfalls gesprochen und käme gemeinsam mit ihnen auf einen Nenner: „Wir wohnen nun mal auf dem Lande, da kommt viel Grünabfall zusammen und für diesen brauchen wir Platz.“ Sein Vorschlag: „Nach meinem Dafürhalten müsste die Samtgemeinde Hollenstedt uns eine Möglichkeit bieten, diesen Müll loszuwerden.“

Wolfgang Albers ergänzt: „Unbewacht bleiben kann so ein Platz allerdings nicht, denn sonst stehen dort auch bald alte Elektrogeräte wie Waschmaschinen.“ Passiere jedoch gar nichts, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle Betroffenen ihren Grünmüll in den Wald schmeißen werden, vermutet er.

• „Grundsätzlich ist die bis April 2019 geltende Vereinbarung mit dem Landkreis Harburg getroffen worden, um Anwohner aus dem Landkreis Harburg zu entlasten“, sagt Kreisbaurat Hans-Hermann Bode aus Stade dazu. Eigentlich war vorgesehen, dass Anwohner des Landkreises Harburg nach Jahreswechsel keine Grünabfälle mehr in Ardestorf entsorgen sollten. Mit der neuen Vereinbarung wird ihnen weiterhin die Möglichkeit geboten, Grünabfall in begrenzter Menge loszuwerden. „Mit einer Begrenzung auf 0,5 Kubikmeter wollen wir unter anderem vermeiden, dass gewerblicher Grünabfall in Ardestorf abgeliefert wird.“

Grundlage für die Bemessung sei ein an ein Haus grenzender Garten. Dass diese Menge in Einzelfällen nicht ausreiche, ließe sich nicht vermeiden. Bodes Empfehlung: das AWZ mehrfach in der Woche aufzusuchen - oder selbst kompostieren.