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Flüchtlingen helfen und interkulturell agieren

Anderen Menschen zu helfen, ist für Cornelia Meyer ein "Herzblutjob"

Cornelia Meyer setzt sich intensiv für die Flüchtlingshilfe ein und hat ein Netzwerk ins Leben gerufen

ab. Neu Wulmstorf. „Siehste, Pegida!“, hat sich Cornelia Meyer während der vergangenen zwölf Monate häufiger gedacht, wenn sich Flüchtlinge in Neu Wulmstorf dankbar zeigten oder selbst etwas leisteten, um auch Gutes tun zu können. Seit rund einem Jahr engagiert sich die 42-jährige Sozialarbeiterin intensiv für die Flüchtlinge vor Ort. Mit dem Netzwerk „Willkommen in Neu Wulmstorf“ hat Meyer gemeinsam mit anderen Engagierten eine Plattform geschaffen, auf der Ehrenamtliche, Helfer und Interessierte zusammenkommen, News austauschen, suchen und anbieten können. „Es gibt sehr viele Menschen, die bereit sind, zu helfen. Das ist großartig“, sagt sie.

Nach ihrem Studium in Göttingen verschlug es die Mutter zweier Kinder nach Frankfurt, dort war Cornelia Meyer im Bereich Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Danach folgte ein Job in Hannover, drei Jahre Jugendverbandsarbeit. Dort ließ sie sich auch zur Integrationslotsin ausbilden.
Allerdings, so Meyer, gab es zu der Zeit noch nicht diese große Nachfrage: „Ich bin damals gar nicht zum Zug gekommen.“

Vor fünf Jahren zog Cornelia Meyer nach Neu Wulmstorf. Das Netzwerk „Willkommen in Neu Wulmstorf“ (www.facebook.com/NWAsyl) ins Leben zu rufen, sei ihr ein großes Anliegen gewesen, sagt Cornelia Meyer, die eigentlich Magisterpädagogin ist und sich jetzt Sozialarbeiterin nennt. Richtig eingestiegen sei sie in die Flüchtlingshilfe, als sie im Dezember des vergangenen Jahres von der ehrenamtlichen in die hauptberufliche Tätigkeit wechselte. 20 Stunden in der Woche ist die gebürtige Lüneburgerin jetzt für die Belange der Flüchtlinge da, hilft beim Ausfüllen von Formularen, beantwortet Fragen oder unterstützt bei der Wohnungssuche.

Es ließe sich nicht vermeiden, dass es auch mal persönlicher werde, erzählt Cornelia Meyer: „Einige Menschen schließt man einfach ins Herz, da entstehen Freundschaften.“ Auch nehme sie Erlebnisse und Geschichten mit nach Hause. „So eben mal abschalten geht nicht. Und wenn abends jemand meine Hilfe braucht, z.B. um ein Formular auszufüllen, dann mache ich das ehrenamtlich.“ Oder sie bringt einen Flüchtling mit schlimmen Zahnschmerzen am Sonntagabend zum Zahnarzt.
„Ich möchte interkulturell agieren“, sagt die engagierte Lüneburgerin. Es sei wichtig, sich selbst und eigene Reaktionen zu hinterfragen und auf unterschiedliche Nationalitäten verschieden einzugehen.

Die Reaktionen, die teilweise auf der Facebook-Seite des Netzwerkes von Asylgegnern zu lesen sind, nennt Cornelia Meyer „widerliche Echos“. Zum Glück fände sich immer wieder jemand, der dem entgegentrete. „Am liebsten möchte ich die Flüchtlinge vor ‚der Welt da draußen‘ beschützen“, sagt sie. „Sie haben bis jetzt in Neu Wulmstorf nur gute Erfahrungen gesammelt und ich wünsche mir sehr, dass
es so bleibt.“

Vorwürfe, sie könne sich ja mal für andere engagieren, die auch Hilfe bräuchten, machen Cornelia Meyer wütend: „Man kann sich für vieles einsetzen, Tierschutz, Alleinerziehende, Obdachlose und mehr, aber man muss sich einfach für eine Sache entscheiden.“ Solche Sprüche kämen überwiegend von Menschen, die gar nichts tun. „Dann denke ich nur: ‚Mach es doch selbst!‘“
Cornelia Meyer ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Neu Wulmstorf.