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Biogasanlage liefert Fernwärme für Klecken

Hier entsteht die Wärme als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung. Joachim Becker vor dem Generatorraum
Klecker Landwirt beheizt mittlerweile 35 Haushalte / Bis zu 100 sind laut Betreiber möglich
mi. Klecken. Ein Novum für die Gemeinde Rosengarten: In Klecken entsteht gerade das erste Fernwärmenetz der Gemeinde. Betreiber ist der Landwirt Joachim Becker mit seiner Firma „Becker Energie“ Über die hofeigene Biogasanlage will „Becker Energie“ bald 35 Klecker Haushalte rund um die Uhr mit Wärme versorgen.
Rückblick: Vor gut zwei Jahren ging die Biogasanlage in Klecken ans Netz. Joachim Becker nutzt sie zur Stromerzeugung und einen Teil der Wärme, um ein angeschlossenes Gewächshaus zu betreiben in dem Erdbeeren gezogen werden.
„Warum nicht die gesamte Wärme sinnvoll verwenden?“, dachte sich der Landwirt. So war die Idee vom nahen Fernwärmenetz geboren.
Gespeist wird das kleine Wärmenetz von zwei Generatoren. Einer steht auf dem Hof von Joachim Becker, der andere an der Biogasanlage. Als Wärmeträger wird Wasser eingesetzt, das beim Kunden mithilfe eines Wärmetauschers Leitungswasser für Dusche, Heizung etc. erwärmt.
Rund drei Kilometer Rohrleitung hat Joachim Becker für das Wärmenetz bis jetzt verlegt. Auch die Umstellung der Haustechnik auf Fernwärme übernimmt seine Firma für die Kunden. In Technik und Netz hat er um die 800.000 Euro investiert.
Laut dem Landwirt könnten auch die Grundschule Klecken oder das Feuerwehrhaus unkompliziert mit der Wärme aus der Biogasanlage versorgt werden. Die Gemeindepolitik steht dem Projekt positiv gegenüber. „Biogasanlagen haben sicher nicht nur gute Seiten - Stichwort Maisanbau - wenn aber, wie jetzt in Klecken auch die bei der Produktion anfallende Wärme Verwendung findet, ist das aus Sicht der Grünen die optimale Nutzung einer solchen Anlage“, stellte sich Ratsmitglied Volkmar Block (Grüne) jüngst im Gemeinderat hinter das Projekt. Auch aus den anderen Parteien gab es Zustimmung.
Aber ist das System auch zuverlässig? „Ja“, sagt Joachim Becker. Um ganz sicher zu gehen hat er extra noch einen 500 KW Biogaskessel als Reserve-System vorgesehen. Außerdem: Die Praxis gibt dem Landwirt recht, denn für Rosengarten mag Fernwärme aus der Biogasanlage ein Novum sein, im Landkreis gibt es jedoch schon längst mehrere Beispiel für diese Technik - zum Beispiel die Anlagen in Heidenau, die zwei Blockheizkraftwerke versorgen.
Joachim Becker hofft, sein Fernwärmenetz weiter auszubauen. Der Landwirt erklärt: „Der Anschluss von bis zu 100 Haushalten wäre ohne Probleme möglich.“