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Reiche Öl-Scheichs als Teuer-Patienten: Wurde bei der Investorensuche für das Krankenhaus Salzhausen eine große Chance vertan?

ce. Salzhausen. Wurde bei der Suche nach einem Investor für das insolvente Krankenhaus Salzhausen eine große Chance vertan? Das jedenfalls behauptet Norbert Seis, Geschäftsführender Gesellschafter der Akud-MedPharm GmbH, eines Gesundheitsdienstleisters mit Sitz im bayerischen Volkach, der unter anderem auf Unternehmensberatung und den Betrieb von Kliniken spezialisiert ist.
"Als Klinikgruppe hatten wir Interesse an der Übernahme des Krankenhauses gezeigt", so Norbert Seis gegenüber dem WOCHENBLATT. Nach zwei Ortsterminen habe man ein Konzept entwickelt mit dem Ziel, die genossenschaftliche Klinik-Struktur zu erhalten. Die Akud-MedPharm GmbH habe ihre internationalen Beziehungen nutzen und unter anderem Scheichs aus Arabien als Patienten in die Heide holen wollen. Die Pläne seien Klinik-Insolvenzverwalter Jan Ockelmann vorgestellt wurden. Den Zuschlag bekam aber der Radiologie-Dienstleister Curagita. Als der absprang, bekundete Seis nach eigener Aussage gegenüber Ockelmann erneut sein Interesse an der Klinik. "Leider habe ich nichts mehr von Herrn Ockelmann gehört", so Seis.
"Primär geht es uns um die Übernahme des Salzhäuser Krankenhauses in seiner bisherigen Form", sagt Norbert Seis. Neben dem Erhalt der bestehenden Klinik-Struktur habe der Gesundheits-Dienstleister in Salzhausen "weitere Leistungen etablieren" wollen. Konkreter wird er nicht. "Wir möchten nicht unsere Ideen kundtun, die dann ein Mitbewerber umsetzt", so Seis. "Wir wollen keine Privatklinik für ausländische Patienten. Das funktioniert nicht", stellt er gleichzeitig klar. Aber das Leistungsspektrum des Krankenhauses Salzhausen und dessen sehr gute Operationsräume seien "prädestiniert für die Behandlung von arabischen Patienten mit gewissen Krankheitsbildern". Von der ausländischen Klientel würden in Salzhausen auch Hotels und Restaurants oder der Einzelhandel wirtschaftlich profitieren.
Norbert Seis hat nach eigenen Angaben unter anderem fast sieben Jahre in Kliniken im mittleren Osten gearbeitet und daher "beste Kontakte" dorthin. Die Beziehungen würde er auch nutzen wollen, um Patienten aus Übersee zur Behandlung nach Salzhausen zu bringen.
Obwohl Seis auf seine Bewerbung um eine Klinik-Übernahme vom Salzhäuser Insolvenzverwalter Jan Ockelmann bislang nichts mehr gehört hat, sieht er sein Konzept weiterhin als "wettbewerbsfähig und langfristig zur Rettung des Krankenhauses beitragend".
- Unterdessen geht das Tauziehen um die Zukunft des Krankenhauses weiter. "Es spricht vieles dafür, dass mit dem privaten Investor bis Mittwoch eine Einigung erzielt werden kann", erklärt Jan Ockelmann auf WOCHENBLATT-Anfrage. Der Landkreis Harburg, mit dem Ockelmann auch Gespräche in Sachen Klinik führt, habe ebenfalls "signalisiert, dass die Bereitschaft besteht, das Konzept des Erhalts der Genossenschaft zu prüfen". Für Mittwoch sei eine Unterredung mit Vertretern des Kreises geplant.