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"Verheerend für die Region": Bürgerbündnis Nordheide warnt auf Infoveranstaltung vor Folgen der geplanten Y-Trassen-Varianten

Mit dem "Protestkreuz" als Symbol des Bürgerbündnisses: die Referenten Eberhard Leopold (li.) und Uwe Meier
 
Reges Interesse: das mit Zuschauern gut gefüllte Dorfgemeinschaftshaus
ce. Vierhöfen. "Wenn dieses Vorhaben realisiert wird, würden unser Dorf und viele andere Kommunen in der Region zerteilt. Die Folgen für die Lebensqualität der Menschen und für die Natur wären verheerend." Das betonten Eberhard Leopold, Vorsitzender des neuen "Bürgerbündnisses Nordheide gegen Eisenbahn-Neubautrassen und Mitglied in der Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI), sowie BIVI-Mitstreiter Uwe Meier, jetzt im Dorfgemeinschaftshaus. Dorthin hatten Bündnis und BIVI zu einer Infoveranstaltung über die von der Bahn geplanten Alternativstrecken zur Y-Trasse durch die Region (das WOCHENBLATT berichtete) eingeladen, an der mehr als 150 Interessierte teilnahmen.
Im Bündnis zusammengetan haben sich 23 BIs und Interessengemeinschaften aus Ashausen, Scharmbeck, Pattensen, Wulfsen, Roydorf, Luhdorf, Bahlburg, Vierhöfen, Salzhausen, Luhmühlen, Raven, Putensen, Südergellersen, Betzendorf und Barnstedt. Die Einwohner aus diesen Orten wären größtenteils betroffen von der Y-Trassen-Variante von Ashausen nach Suderburg bzw. Unterlüß, die derzeit nach Ansicht des Bürgerbündnisses - so Eberhard Leopold - "von der Bahn favorisiert" werde. Sie wäre mit Kosten von rund 1,4 Milliarden Euro die billigste Variante. Die vorgesehene Geschwindigkeit für Personen- und Güterverkehr liege bei 250 km/h, die Trassierung sei sogar auf 300 "Sachen" ausgelegt. "Das würde für die betroffenen Ortschaften erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft, Verlust von Ackerland, Lärmbelastung und eine Entwertung der Immobilien bedeuten", war Leopold überzeugt.
"Die Bahn ist ein mächtiger Gegner. Wenn wir gegen ihn bestehen wollen, müssen wir ihm als eine starke, gut organisierte Gemeinschaft entgegentreten können", hob Leopold hervor. Notwendig seien unter anderem - so Leopold - die verstärkte Gewinnung neuer Mitglieder durch die Initiativen, eine überregionale Vernetzung (auch durch den in Vorbereitung befindlichen Internetauftritt des Bürgerbündnisses), die Bündelung geplanter Aktivitäten, Kontaktaufnahme mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie die Beschaffung finanzieller Mittel etwa für die Hinzuziehung von Anwälten oder die Erstellung von Expertisen zu Naturschutz-Aspekten. Eberhard Leopold und Co-Referent Uwe Meier von der BIVI forderten zudem die gesicherte Teilnahme am Dialogverfahren, dass die Bahn voraussichtlich ab Anfang 2015 startet. Laut Bahn sollen etwa 80 Vertreter der von den Y-Trassen-Plänen betroffenen Landkreisen und Kommunen sowie von Bürgerinitiativen beteiligt werden. "Wir können nicht bis zum Bürgerdialog warten, sondern müssen jetzt aktiv werden", appellierte Eberhard Leopold.
Das Bürgerbündnis arbeite derzeit an einem Alternativkonzept zu den bislang bekannten Trassen-Planungen. Es müsse jedoch hinterfragt werden, ob es tatsächlich einen Trassenbedarf gebe. Die Verkehrsprognosen, die als Grundlage für die aktuellen Bahn-Pläne dienten, seien veraltet. Eberhard Leopold: "Nach den jüngsten Erhebungen ist sogar von einem Rückgang des Güter- und Personenverkehrs auszugehen."