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Sechs Monate für Telefonanschluß?

Ernst Hennecke war gefrustet. Jetzt hat er seinen Glauben an die Telekom aber zurück

Oder wie die Telekom einen langjährigen Kunden verprellt.



rs. Buchholz Jüngst ein TV-Bericht aus Singapur: Dort schauen die Menschen mitleidig auf Europa - und Deutschland. Tenor: Vielleicht in fünf, sechs Jahren könnten wir den Lebensstandard von Singapur erreichen. Vielleicht dauert es aber auch länger. wie schwer es in Deutschland ist, einen Tlefonanschluss zu bekommen.
Ernst Hennecke schwörte auf die Telekom - bisher. Doch jetzt ist er dabei, den Glauben an das Nachfolgeunternehmen der Bundespost zu verlieren. Am 22. Oktober 2012 schrieb Hennecke an die Telekom: "Wir ziehen am 01. Februar 2013 um"- es folgte die neue Adresse - "und wir bitten den Telefon- und Internetanschluß zu diesem Tag umzuschalten unter Beibehaltung des Tarifs. Bereits drei Tage später bestätigte die Telekom den Auftrag. Und Hennecke, als WOCHENBLATT-Vertriebsinspektor zuständig für 140 Austräger und auf das Telefon und Internet absolut angewiesen, dachte: "Jetzt kann nichts mehr schiefgehen."
Seine gute Stimmung hielt bis zum 28. Januar. Da teilte ihm die Telekom in einem Fünfzeiler mit, vor dem 1. März werde es nichts mit dem Telefonanschluss. Und fügte hinzu: "Bitte betrachten Sie dieses Datum noch nicht als entgültigen Termin - diesen teilen wir Ihnen noch mit einer separaten und dann auch verbindlichen Auftragsbestätigung mit."
Nun liegt das neue Domizil der Henneckes nicht irgendwo im Wald, sondern in einem seit 15 Jahren bestehenden Baugebiet, in dem Telefon und Internet eigentlich kein Problem sind. Ernst Hennecke und seine Frau behelfen sich derzeit mit einem gemeinsamen Handy. Rund zwei Dutzend Mal hat er zur Telekom Kontakt gesucht - immer vergeblich. "Da war es", erinnert sich der 76-Jährige, "mit dem Postmonopol für die Kunden doch besser. Die Post hat umgeschaltet und der Anschluss war da."
Und was sagt die Telekom: Dort sind Reklamationen, wenn sie über die Presse eingehen, inzwischen auf Vorstandsebene angesiedelt. Siegrid Knispel vom Service-Team zum WOCHENBLATT: "Wir werden Herrn Hennecke die Kosten fürs Handy ersetzen und ihm fürs Internet gratis einen SAT-Workstick zur Verfügung stellen." Olaf Hennecke glaubt inzwischen wieder an die Telekom - vor allem aber an sein WOCHENBLATT.