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Das "Million Dollar Baby": Boxerin Natalie Gnesner ist für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert

Freut sich riesig auf die Deutsche Meisterschaft: Natalie Gnesner
kb. Seevetal/Rosengarten. Die Geschichte klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Als Natalie Gnesner (17) aus Klecken (Rosengarten) vor Jahren zum ersten Mal den Blockbuster "Million Dollar Baby" mit Clint Eastwood und Hillary Swank sieht, steht für sie fest: Ich will auch boxen! Doch ihre Mutter winkt zunächst ab. "Werd erstmal älter", sagt sie. Natalie sieht sich den Film wieder und wieder an, übt vor dem Spiegel und steht schließlich vor rund eineinhalb Jahren in der Halle des TSV Hittfeld. "Ich wollte das einfach mal ausprobieren", so die Berufsschülerin.
"Als Natalie vor mir stand und mir erzählte, dass sie wegen des Films boxen will, habe ich zuerst gedacht, die Kleine spinnt", erzählt ihr Trainer Jürgen Emmrich (69). Doch schnell erkennt er das Ausnahmetalent des Mädchens und sieht ihren Ehrgeiz. Jetzt - nach erst vier Kämpfen, die sie alle glatt gewonnen hat - ist die 17-Jährige für die Deutschen Meisterschaften im August qualifiziert - ein Riesenerfolg.
Doch wer glaubt, allein ihr großes Talent hat Natalie so schnell zum Erfolg geführt irrt. "Vor den Wettkämpfen trainiere ich fünf Mal in der Woche", erzählt sie. Neben Sparring und Pratzenarbeit steht Ausdauer- und Krafttraining auf dem Programm. Außerdem muss Natalie auf ihre Ernährung achten, um in ihrer Gewichtsklasse zu bleiben. Die Lust am Training verliert sie nie: "Mir macht das riesigen Spaß. Viel mehr, als für die Schule zu lernen." Das hört ihr Trainer nicht gern. "Jürgen ermahnt mich immer, dass ich die Schule nicht vernachlässige", erzählt Natalie. Für sie ist Box-Veteran Emmrich viel mehr als nur ihr Trainer. "Mit Jürgen kann ich auch reden, wenn es mal Probleme gibt. Er ist eigentlich mein bester Freund", sagt das Box-Talent. "Uns hat das Schicksal zusammengeführt", meint Jürgen Emmrich. Er wollte seiner Trainer-Laufbahn eigentlich schon beenden - bis Natalie kam.
Mit der Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft im bayerischen Weißenburg hat Natalie, deren Mutter immer bei den Kämpfen dabei ist, ihr erstes großes Ziel erreicht. Aber wenn es nach ihr geht, ist da noch lange nicht Schluss. "Natürlich träume ich von einer Profikarriere", sagt die Kämpfernatur. Und wenn das nicht klappt? "Ich würde gerne mit behinderten Menschen arbeiten", so Natalie.
Erst einmal steht jetzt aber die Vorbereitung für die wichtige Meisterschaft auf dem Plan. In den Sommerferien geht es in die heiße Phase, bevor dann die Reise nach Bayern ansteht. Ausnahmetalent Natalie macht das nicht nervös: "Egal, wie es ausgeht - ich freue mich riesig auf die Kämpfe."